Rekordmann und Sprücheklopfer: Bolts WM-Geschichte

Schon lange hatte er ihn angekündigt, nun steht er bevor: Usain Bolt gibt nach London seinen Rücktritt. Ein Rückblick auf die WM-Geschichte des jamaikanischen Übersprinters.

Mit Usain Bolt bestreitet an der WM in London der grösste Sprinter der Leichtathletik-Geschichte seine Dernière. Nach einer enttäuschenden WM-Premiere 2005 sowie zweimal Silber 2007 drückte der 30-Jährige den letzten vier Weltmeisterschaften seinen Stempel auf. Ein Blick zurück:

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9,58: Bolts Fabelweltrekord über 100 m in Berlin

1:01 min, vom 21.7.2017

Berlin 2009: Bärenstarke Weltrekorde

Nach seiner Olympia-Show 2008 in Peking zeigt Bolt ein Jahr später in Berlin zeitenmässig die beste WM aller Zeiten. Am 16. August verbessert der Jamaikaner seinen eigenen Weltrekord über 100 m in 9,58 Sekunden gleich um einen Zehntel; vier Tage später läuft er auch die 200 m so schnell wie keiner vor ihm. Auch mit der 4x100-m-Staffel schlägt er zu – es ist sein erster WM-Hattrick.

Bolts Fehlstart 2011

0:32 min, vom 23.8.2015

Daegu 2011: Schock und Reaktion

Zwei Jahre später ist Bolt auch in Südkorea der Topfavorit, doch über 100 m begeht er einen bitteren Fehlstart – er startet «lächerlich früh», wie er später selber sagt. Die Reaktion fällt aber stark aus, verteidigt er doch über 200 m und mit der Staffel den Titel.

Moskau 2013: Auch offiziell der Beste

2012 in London hat Bolt nach dem Gold-Triple bei Olympia unbescheiden gesagt: «Ich bin jetzt eine Legende. Ich bin ausserdem der grossartigste lebende Athlet.» Ein Jahr später lässt der nie um einen Spruch verlegene Jamaikaner den Worten erneut Taten folgen. Mit dem zweiten Gold-Triple löst er in Russland Legende Carl Lewis ab und krönt sich zum erfolgreichsten Leichtathleten der WM-Geschichte.

Bolt schlägt Gatlin um eine Hundertstel

0:24 min, vom 24.8.2015

Peking 2015: Das dritte Triple

Zurück am Ort seines Durchbruchs rafft sich Bolt im «Vogelnest» noch einmal auf, auch wenn er zuletzt immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden war. Mit drei weiteren Goldmedaillen baut er weiter an seinem Denkmal – auch wenn er Justin Gatlin im 100-m-Final nur um eine winzige Hundertstel schlägt.

Und 2017? Klar ist, dass Bolt in London als Sieger abtreten möchte. Bislang blieb er diese Saison einzig in Monaco unter 10 Sekunden, doch Fragen zu seiner Form lässt er keine aufkommen. «Ich bin völlig zuversichtlich, mein Coach auch – zu 100 Prozent», so Bolt vor der WM.

Nach seinem Verzicht auf der halben Bahnrunde bleiben 2 Chancen: jene im Kurzsprint und mit der Staffel. Dafür haben sich Bolts Aussichten über 100 m gleich wieder schlagartig verbessert, musste doch der Jahresschnellste Andre De Grasse Forfait geben.

Holt Bolt auch 2017 Gold?

  • Optionen

Neben den Rekorden machen den 30-Jährigen auch seine Sprüche aus. Sätze wie die folgenden werden künftig fehlen:

«  Wenn ich im Gym bin denke ich an Mädels, an den Strand und ans gut aussehen. Ich mache es für die Mädels. »
«  Ich kenne die Geschichte meines Sports nicht. Ich bin nicht wie die Leute, die alles wissen. »
«  Ich stelle mir einfach alle Gegner als grosse Spinnen vor, und dann bekomme ich riesige Angst. »

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell», 28.07.2017 22:25 Uhr