Clélia Rard-Reuse verblüfft als Vierte

Der ersten Schweizer Finalistin an der EM in Amsterdam ist ein Medaillengewinn verwehrt geblieben. Doch Clélia Rard-Reuse setzte im Final über 100 m Hürden mit Rang 4 ein Ausrufezeichen. Wir haben die weiteren wichtigsten Entscheidungen zusammengefasst.

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Leichtathletik-EM in Amsterdam: Die Zusammenfassung von Tag 2

2:10 min, vom 7.7.2016

Clélia Rard-Reuse trennte ein einziger Platz vom Podest an den kontinentalen Titelkämpfen. Mit exakt 2 Zehntelsekunden war ihr Rückstand auf Bronze, die sich Tiffany Porter (Gb) sicherte, aber doch etwas mehr als ein Wimpernschlag.

Doch in 12,96 Sekunden bestätigte die Walliserin ihre starke Leistung aus dem Halbfinal. Dort war sie in 12,90 Sekunden in die Entscheidung um die Medaillen vorgestossen. Damit verfehlte sie ihre persönliche Bestzeit von 12,87, die sie erst vor 2 Wochen in Thun aufgestellt hatte, denkbar knapp.

Ganz gelöst ins Rennen

Rard-Reuse läuft auf Platz 4

1:22 min, vom 7.7.2016

«Der Druck ist weg, jetzt kann ich befreit auftreten.» Dies war die Herangehensweise von Rard-Reuse an diese Titelkämpfe. Die Hürdensprinterin konnte so denken, weil sie die Olympialimite bereits erfüllt hatte. Zudem liebäugelt die bald 28-Jährige mit einem Karriereende nach dieser Saison.

Ihr Lauf im Finalfeld war dann wahrlich ein Genuss – ein schneller dazu. Gold über 100 m Hürden ging an die Deutsche Cindy Roleder (12,62) vor Alina Talay (WRuss).

Weitere wichtige Entscheidungen des Tages

  • 200 m Frauen – Der erwartete Favoritinnensieg:
    Dina Asher-Smith (Gb) war schon am besten aus den Startblöcken gekommen und lief souverän zum Sieg in 22,37 Sekunden – 15 Hundertstel vor der Bulgarin Ivet Lalova-Collio. Für die erst 20-Jährige war es die erste Einzelmedaille bei internationalen Wettkämpfen auf Elite-Stufe.
Ruth Beitia mit der spanischen Flagge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ruth Beitia Hatte viel zum Jubeln. Keystone

  • Hochsprung Frauen – Beitia zum Dritten:
    Die Spanierin Ruth Beitia konnte ihren EM-Titel bereits zum 2. Mal verteidigen. Mit einer Best-Höhe von 1,98 m war der Wettkampf nicht mehr ganz so hochklassig wie damals im Zürcher Letzigrund. Die Dominanz der bereits 37-Jährigen auf dem Kontinent hält damit seit 2012 und Helsinki an. Die Silbermedaille teilten sich Airine Palsyte (Lit) und Mirela Demirewa (Bul) mit je übersprungenen 1,96 m.
  • 100 m Männer – Favorit Vicaut zurückgebunden:
    Churandy Martina sorgte in der Königsdisziplin für einen niederländischen Heim-Triumph. Der 32-Jährige setzte sich in einem Fotofinish vor dem Türken Jak Avi Harvey durch. Der europäische Jahresbeste und Topfavorit Jimmy Vicaut (Fr) musste sich in 10,08 mit Bronze bescheiden.
  • Zehnkampf Männer – Fringeli macht Boden gut:
    Als erster Belgier in der EM-Geschichte eroberte Thomas van der Plaetsen mit 8218 Punkten Gold. Der Jurassier Jonas Fringeli belegte den 15. Schlussrang und konnte folglich gegenüber dem Vortag 5 Positionen gutmachen. Im Stabhochsprung egalisierte Fringeli mit 4,80 m seine persönliche Bestleistung.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 07.07.2016 16:10 Uhr