Das bittersüsse Comeback von «Whistleblowerin» Stepanowa

Es war das ungewöhnlichste Comeback in der Leichtathletik: Whistleblowerin Julia Stepanowas EM-Start war der Lohn für ihren Mut, massives Doping in ihrer Heimat anzuprangern. Sportlich konnte sie bei ihrer Rückkehr kein Zeichen setzen.

Julia Stepanowa. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kann wieder lachen Julia Stepanowa. Keystone

Mit Startnummer 2117 trat die inzwischen in die USA geflüchtete Julia Stepanowa am Mittwochabend in ihrem 800-m-Vorlauf an, musste aber nach etwas mehr als 600 Metern ihren Lauf verletzungsbedingt unterbrechen. Letztendlich schleppte sie sich mit zerknirschtem Gesicht ins Ziel. Erst nach einigen Minuten konnte sie wieder zumindest ein bisschen lächeln.

Stepanowa: «Es ist eine Ehre, hier zu sein» (engl.)

3:28 min, vom 6.7.2016

«Ich bin sehr froh, hier zu sein – dass mir erlaubt wurde, zu laufen», sagte Stepanowa. «Alle Athletinnen sind vor dem Rennen zu mir gekommen und haben mir gedankt.» Alleine ihr Start war ein Zeichen. Im Gegensatz zu ihren derzeit suspendierten Landsleuten durfte sie in Amsterdam antreten, allerdings unter Flagge des europäischen Leichtathletik-Verbandes EAA.

Ausschluss der russischen Athleten

Im Dezember 2014 sorgte Stepanowa mit ihren Enthüllungen in der ARD-Dokumentation «Geheimsache Doping – Wie Russland seine Sieger macht» für ein sportpolitisches Erdbeben. Eine Kommission der WADA lieferte die Bestätigung ihres Vorwurfs, dass es in der Leichtathletik ihres Landes ein flächendeckendes Betrugssystem gibt.

Laufende Berichterstattung Leichtathletik-EM