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Nach Rassismus-Vorwürfen EM-Aus und Lizenz-Entzug für Mancini

Der Sprinter Pascal Mancini wird von den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin ausgeschlossen.

Legende: Video Pascal Mancini für die EM gesperrt abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
Aus sportaktuell vom 31.07.2018.

«Der Zentralvorstand ist der Ansicht, dass die Verfehlungen des Athleten in Verbindung mit seiner bekannten Gesinnung nicht zu tolerieren sind. Aus diesem Grund wird ihm als provisorische Massnahme die Lizenz per sofort und bis auf weiteres entzogen», schreibt Swiss Athletics in einer Stellungnahme auf der Verbands-Website.

Mancini hat mit diversen Postings auf seinem Facebook-Profil eine rassistische Gesinnung vermuten lassen. So veröffentlichte der 29-Jährige nach Frankreichs Sieg im WM-Final ein Affen-Video; eine (nur leicht) versteckte rassistische Anspielung auf die zahlreichen dunkelhäutigen Spieler in Frankreichs Team.

Vereinbarung mit dem Verband

Auch Fotos mit rechtsnationalen Personen mit Mancini sind leicht zu finden. An den Schweizer Meisterschaften 2014 zeigte er den Quenelle-Gruss, eine antisemitische Geste. Nach diesem Vorfall musste Mancini mit dem Verband eine Vereinbarung unterzeichnen: dass er die Plattform der Leichtathletik nicht nutzt, um seine Geisteshaltung zu verbreiten.

Nach den letzten Zuwiderhandlungen reagierte nun Swiss Athletics. Erst wurde Mancini aus dem Aufgebot für die 4x100-m-Staffel von Swiss Athletics eliminiert, nun auch von der 100-m-Distanz. Damit wird der Sprinter nicht an der EM in Berlin (7. bis 12. August) teilnehmen können. Dazu kommt der Lizenzentzug und die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens.

Mancini: «Bin kein Rassist»

In der NZZ gab sich Mancini in einem Interview zuvor wenig einsichtig. «Ich glaube nicht, dass ich einen Fehler gemacht habe. Bei jeder grossen Veranstaltung gibt es Leute, die Druck auf den Verband machen, seit Jahren schon. Diesmal sind sie über die Medien gegangen. Leute, denen ich nicht gefalle.»

Er sei aber kein Rassist. «Für mich ist es kein Problem, mit Dunkelhäutigen in der Staffel zu rennen. Ich schreibe, was ich denke, und ich weiss, dass das einige Leute kritisch sehen. Deshalb poste ich manchmal Dinge, um ein wenig zu provozieren. Wäre ich ein Rassist, würde ich es sagen.»

Sendebezug: Radio SRF 3, Nachmittagsbulletin, 31.07.2018 16:00 Uhr

34 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Peter Schmid (Hpshps)
    Der Verband hat versagt. Er hat erst auf starken Mediendruck reagiert. Nach den Vorfällen in der Vergangenheit diesen Sportler noch für die EM zu selektionieren war dann einfach zu viel. Ohne NZZ und SRF wäre gar nichts passiert Wieso hier Leute den Verband verteidigen verstehe ich nicht.
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  • Kommentar von Werner B (Werner B)
    Ach so schön, wie nun die meisten den korrekten Schweizer heraushängen und ganz fest poltern gegen diesen nicht unfehlbaren jungen Mann. Überlegt Euch doch mal, wie ihr auf „Ausländer“ in Eurer Machbarschaft reagiert, checkt Euer Gedankengut wenns um Integrations- oder Asylabstimmungen geht! Dir kann man ja dann schön zu Hause wo einem niemand sieht ausfüllen und „nein“ auf den Stimmzettel schreiben. Was ist nun Fassade?
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    1. Antwort von Marc Nager (Marc Nager)
      Ich überlege IMMER, wie ich auf Ausländer (mit oder ohne Gänsefüßchen) reagiere und ich checke mein Gedankengut ständig. Das ist für mich ein Thema, wo Denken und Verhalten stets einem Selbstcheck unterliegen. Müsste eigentlich bei jedem so sein.
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  • Kommentar von Timotheus Widmer (Timotheus Widmer)
    0.12: "Es sind sportliche Überlegungen, die zu diesem Entscheid geführt haben." Wohl kaum...
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
      Lesen ist eine Kunst! Und da ich Leute kenne die beim LSV sind, weiss ich das dies Aussage voll zutrifft! Man muss dem LSV ein Kompliment machen wie Unaufgeregt und klar man Reagiert hat, sehr Professionell! bedenklich ist wieviel sich hinter Mancini stellen mit Ihrer Ablehnung bei vielen Kommentaren. Es isnd halt nicht nur teilweise Rassisten, wie man weiss sind diese auch hinterhältige Feiglinge die sich nur in Gruppen stark fühlen!
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Doch, weil das gesamte Auftreten in der Öffentlichkeit und die Zusammenarbeit gehören auch zum Sport.
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    3. Antwort von V. Böhm (vbo)
      Unglücklich ausgedrückt, aber es stimmt: Im Sport hat Rassismus kein Platz. Es darf ihm kein Platz geschenkt werden und sofort reagiert werden, aus sportlichen Gründen weil Sport mit Fairness zu tun hat.
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