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Para-EM in Berlin Titelkämpfe ganz nach dem Motto «klein, aber fein»

Die Starterfelder bei der Para-Leichtathletik-EM in Berlin sind überschaubar. «Dafür ist die Qualität hoch», kontert der Schweizer Wettkampfchef.

Legende: Video Getzmann: «Athleten spezialisieren sich auf einzelne Disziplinen» abspielen. Laufzeit 02:27 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 21.08.2018.

Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Berliner Osten beherbergt noch bis am Sonntag die Europameisterschaften der Behindertensportler. An total 7 Wettkampftagen messen sich 600 Athleten aus 40 Nationen um 182 Medaillensätze.

Als am Montag aber Manuela Schär und Marcel Hug die Titelkämpfe aus Schweizer Sicht mit Doppel-Gold fulminant lancierten, waren die Felder stark ausgedünnt.

  • Schär hatte sich in der Kategorie T54 über 5000 m nur gegen 5 Konkurrentinnen zu behaupten, 2 davon waren Teamkolleginnen.
  • Im 5000-m-Männer-Rennen mit Hug an der Spitze ging bei 4 Teilnehmern sogar nur einer leer aus.
  • Einige Wettkämpfe hatten vom Veranstalter zu «Non-Medal-Events» deklariert werden müssen, weil es weniger Starter gab als Podestplätze.

Der Schweizer Roger Getzmann ist Wettkampfchef des veranstaltenden International Paralympic Committee (IPC) und betrieb für SRF Ursachenforschung. Dabei hielt er fest, dass die Teilnehmerzahlen grundsätzlich gestiegen seien.

Die EM findet zu einem guten Zeitpunkt statt und ist für viele der Höhepunkt einer Saison.
Autor: Roger GetzmannIPC-Wettkampfchef

Die kleinen Felder in den einzelnen Konkurrenzen führt er darauf zurück, «dass die weltweite Spitze nicht unbedingt in Europa anzusiedeln ist». Als weiterer Grund nennt er den Trend zur Spezialisierung eines einzelnen Athleten. Diesen machen etwa auch die Aushängeschilder einer 12-köpfigen Schweizer Delegation, Schär und Hug, mit.

In Konkurrenz mit dem Berlin-Marathon

Getzmann kann also nicht die Masse, dafür die Qualität hervorheben und betont: «Die EM-Felder verfügen über ein hohes Niveau.» Gemäss dem 44-Jährigen stellt sich der Organisator auch selbstkritisch die Frage, ob die Limiten zu hoch angesetzt worden seien.

Aufgrund der Vielzahl an prestigeträchtigen Wettkämpfen abseits der EM setzen die Sportler vermehrt andere Prioritäten. So etwa sind bei den Rollstuhlsportlern die Städtemarathons hoch im Kurs, am 16. September findet in Berlin ein Rennen über 42,195 km statt. Trotzdem glaubt Getzmann: «Die EM findet zu einem guten Zeitpunkt statt und ist in einem nicht paralympischen Jahr für viele der Höhepunkt einer Saison.»

Legende: Video Das sagen Hug und Schär zur Bedeutung der EM abspielen. Laufzeit 01:10 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 21.08.2018.

Sendebezug: SRF zwei, «sportaktuell» 20.08.2018 22:35 Uhr

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