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Leichtathletik Selina Büchel: Nach dem Exploit ist vor Olympia

Am Donnerstag startet Selina Büchel in Rom in die 800-Meter-Freiluftsaison. Im Interview spricht die 24-jährige St. Gallerin über Zeiten, Ziele und Zufriedenheit.

Legende: Video Büchels Höhepunkte von 2015 im Rückblick abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 02.06.2016.

Selina Büchel hat sich 2015 in die Weltspitze katapultiert:

  • 8. März: Hallen-Europameisterin (Prag)
  • 4. Juli: Persönliche Bestzeit in 1:57.95 pulverisiert (Diamond League Paris)
  • 27. August: 10. Rang an der WM in 1:58.63 (Peking)

Selina Büchel, mit welchen Gedanken steigen Sie in den Event von Rom?

Büchel: Ich freue mich auf den ersten 800er. Ich habe schon 400- und 600-Meterläufe absolviert. Jetzt geht es aber so richtig los. Ich bin gespannt zu sehen, wo ich stehe.

Eine Laufleistung ist relativ gut messbar. Inwiefern ist da wirklich ein Wettkampf für die Standortbestimmung ausschlaggebend?

Ein Rennen ist immer eine spezielle Situation. Ich bin schon länger nicht mehr über 800 Meter gelaufen. Obwohl ich mich gut fühle, gut trainiert habe und optimistisch bin, herrscht eine gewisse Unsicherheit. Ich will in Rom in einem starken Feld so schnell wie möglich laufen.

Es ist mir wichtig, dass ich auch zufrieden bin und Freude haben kann am Erreichten.

Wie reagieren Sie mit etwas Abstand auf Ihre Leistungs-Explosion im vergangenen Sommer? Damals meinten Sie, dass sie erstmals in Ihrer Karriere das Gefühl hatten, gar nicht schneller laufen zu wollen, weil sie absolut zufrieden seien...

Vor einem Jahr wurde ich von dieser Zeit überrumpelt. Die Situation ist jetzt eine andere. Ich habe mich daran gewöhnt, dass ich 1:57 Minuten gelaufen bin. Ich habe aber Respekt und bin mir bewusst, dass ich diese Zeit nicht regelmässig laufen kann. Ich muss mich eher an 2:00 orientieren und dann im Lauf der Saison steigern. Anderseits bin ich überzeugt, noch schneller laufen zu können. Und natürlich will ich das auch.

Darf man als Sportlerin zufrieden sein?

Ja, auf jeden Fall. Es ist mir wichtig, dass ich auch zufrieden bin und Freude haben kann am Erreichten. Klar, will man immer noch besser werden. Das schliesst sich gegenseitig nicht aus.

In Rio will ich in den Final laufen. Das ist das Hauptziel dieser Saison.

Höhepunkt der Saison 2016 ist Olympia im August, davor steht aber noch die EM in Amsterdam Anfang Juli auf dem Programm. Ist diese mehr als nur eine Vorbereitung auf Olympia?

Die EM ist gleichzeitig erster Saisonhöhepunkt und Etappe auf dem Weg nach Rio. Das geht auch gut auf von der Saisonplanung her. Im letzten Jahr bin ich ebenfalls im Juli und August stark gelaufen.

Was sind die konkreten Zielsetzungen für EM und Olympia?

Im Gegensatz zum letzten Jahr stehen diesen Sommer keine Zeiten im Vordergrund, sondern das Abschneiden an diesen Wettkämpfen. Für Amsterdam habe ich noch keine konkrete Zielsetzung formuliert. In Rio will ich in den Final laufen. Das ist das Hauptziel dieser Saison.

Seit wenigen Wochen sind Sie komplett Profi. Was ändert dies?

Ich geniesse es sehr, mehr Zeit und Konzentration für mein Training zu haben. Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich habe gerne gearbeitet und es hat mir auch gutgetan. Dafür habe ich jetzt einen ruhigeren Alltag. Ich kann nun auch mal in Ruhe etwas kochen und bin nicht ständig unter Zeitdruck. Im Training kann ich den Details mehr Zeit widmen.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Diamond League.

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Sie können das Meeting von Rom ab 20:00 Uhr auf SRF zwei und im Ticker mit Stream verfolgen. Der 800-Meter-Lauf mit Büchel ist auf 20:25 angesetzt.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Pascal, Zürich
    Nein, das Prädikat Weltspitze ist verfehlt. Internationale Klasse ja, evtl. erweiterte europäische Spitze. Einfach objektiv bleiben. Es fehlt eine Endlaufteilnahme bei einer grossen Meisterschaft (EM, WM, Olympia) und EM-Halle zählt hier nicht, da sie von den guten Athleten im ähnlichen Leistungsbereich ausgelassen oder nicht ernst genommen wird, da Meisterschaften es im Überfluss gibt.
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