Stimmenkauf für Rio 2016? Razzia und Haftbefehle

Wegen des Verdachts auf Stimmenkauf vor der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2016 an Rio de Janeiro hat die brasilianische Bundespolizei eine Grossrazzia durchgeführt.

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Operation «Schmutziges Spiel» in Brasilien

0:30 min, aus sportflash vom 5.9.2017

Im Haus von OK-Chef Carlos Arthur Nuzman sowie am Sitz des Comite Rio 2016 wurde Beweismaterial sichergestellt. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees wurde zudem zum Verhör vorgeladen. Rund 70 Beamte waren im Einsatz, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken und elf Hausdurchsuchungen vorzunehmen.

Schmiergelder in Millionenhöhe?

Die Operation «Unfair Play» basiert auf Informationen der französischen Justizbehörden. Wie Le Monde Anfang März veröffentlichte, hätten wenige Tage vor der Wahl Rios im Oktober 2009 stimmberechtigte IOC-Mitglieder Schmiergelder des Unternehmers Arthur Soares erhalten. Darunter sollen der Sohn des damaligen Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes Lamine Diack (1,5 Mio. Dollar) und der frühere Leichtathletik-Star Frankie Fredericks (500'000 Dollar) sein.

Gegen Nuzman besteht der Verdacht, den Kontakt zwischen dem Geschäftsmann Soares sowie den korrupten Mitgliedern im Wahlkongress des IOC hergestellt zu haben.