Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

14 Monate nach Horrorsturz Evenepoel hat das Lachen und Siegen wiedergefunden

An der letztjährigen Lombardei-Rundfahrt wurde der steile Aufstieg von «Rad-Wunderkind» Remco Evenepoel jäh gebremst.

Remco Evenepoel.
Legende: Hat den Anschluss an die Besten wieder geschafft Remco Evenepoel. imago images

Es sind Bilder, die einem auch jetzt noch unter die Haut gehen. In einer Abfahrt rund 40 Kilometer vor dem Ziel in Como kam Remco Evenepoel von der Strecke ab, kollidierte mit einer Brückenmauer und stürzte einen Abhang hinunter. Der damals 20-Jährige verschwand in den Büschen. Bange Minuten begannen, ehe klar wurde, dass Evenepoel bei Bewusstsein ist, dass er lebt.

Der fürchterliche Sturz liegt mittlerweile fast 14 Monate zurück. Der Beckenbruch ist verheilt, von der Lungenquetschung hat sich der Belgier erholt – und seine Form hat er wiedergefunden.

Video
Archiv: Evenepoels Sturz an der Lombardei-Rundfahrt 2020
Aus Sport-Clip vom 15.08.2020.
abspielen

«Hölle des Nordens» lieber als Zuschauer

Evenepoel hatte im Mai am Giro ohne einen einzigen Renntag in den Beinen sein Comeback gegeben. Ihm wurden schnell die Grenzen aufgezeigt. Seither ging es aber stetig aufwärts. Im Juni gewann er die Belgien-Rundfahrt, im August die Dänemark-Rundfahrt. Beide gehören zwar nicht zur Stufe World Tour, zuletzt mischte Evenepoel aber auch bei internationalen Titelkämpfen vorne mit. An der EM holte er Silber auf der Strasse, im Zeitfahren gewann er sowohl an der EM wie auch an der WM Bronze.

Und wo war der Belgier am Sonntag bei der Schlammschlacht Paris - Roubaix? «Ich war besser dran in meinem Stuhl mit etwas zu Essen. Ich glaube nicht, dass die ‹Hölle des Nordens› etwas für mich ist», sagte der Deceuninck-Quickstep-Profi in einem Interview mit der belgischen Sportzeitung La Dernière Heure.

Video
Colbrelli gewinnt Schlammschlacht in Roubaix
Aus Sport-Clip vom 03.10.2021.
abspielen

Evenepoel kennt Roubaix aus seiner Juniorenzeit. Bei seiner einzigen Teilnahme 2018 verpasste er den Kontrollschluss. «Einmal hat mir gereicht. Auch wenn man niemals nie sagen sollte», lautete seine Bilanz.

Zurück am Ort des Geschehens

Ob Evenepoel der «Königin der Klassiker» für immer fernbleiben wird, wird sich zeigen. Zurückkehren wird er am Samstag allerdings an jenen Ort, wo er Mitte August so schwer gestürzt ist. An der Lombardei-Rundfahrt gehört der 21-Jährige neben zahlreichen anderen Kandidaten – wie so oft bei Eintagesrennen – zu den Mitfavoriten.

Live-Hinweis

Box aufklappenBox zuklappen

Verfolgen Sie die Lombardei-Rundfahrt am Samstag ab 15:10 Uhr live auf SRF zwei oder in der SRF Sport App im Ticker.

Auf wen sein Deceuninck-Quickstep-Team setzt, ist allerdings unklar. Mit Julian Alaphilippe hat das erfolgsverwöhnte Team nicht nur den frischgebackenen Weltmeister in seinen Reihen, der Franzose ist auch ein ausgesprochener Klassiker-Spezialist.

Mindestens ein gutes Argument hat aber auch Evenepoel zu bieten: Am Montag setzte er sich beim italienischen Halbklassiker Coppa Bernocchi nach einem 30 Kilometer langen Soloritt überlegen durch und sorgte bei seiner Hauptprobe in der Lombardei für ein dickes Ausrufezeichen.

SRF zwei, sportlive, 03.10.2021, 14:20 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Müller  (1898YB)
    „Evenepoel hatte im Mai am Giro ohne einen einzigen Renntag in den Beinen sein Comeback gegeben. Ihm wurden schnell die Grenzen aufgezeigt.“

    Das ist eine etwas übertriebene Aussage. Immerhin hielt er eine gute Woche im Gesamtklassement ganz vorne mit, selbst in mittelschweren Anstiegen. Das ist etwas, was 95% der Rennfahrer in einer ganzen Karriere nie gelingt. Zudem wurde er durch einen Sturz ausgebremst, wenn ich mich richtig erinnere. Logisch, dass er nicht durchziehen konnte und aufgab.
  • Kommentar von Stefan Gisler  (GiJaBra)
    Evenpoel ist einer dieser unglaublichen Talente ;-) Dass er nach so einem Unfall so schnell wieder um Siege fährt ist beachtlich. Mir sind junge Fahrer, die schon solche Leistungen erbringen leicht suspekt, würde gerne an einen sauberen Radsport glauben, aber eben....
  • Kommentar von Manuela Widmer  (ManuelaWidmer)
    "Zurückkehren wird er am Sonntag allerdings an jenen Ort..." Samstag wäre richtig.
    1. Antwort von SRF Sport (SRF)
      @Manuela Widmer. Besten Dank für den Hinweis. Der Fehler wurde korrigiert. Freundliche Grüsse. SRF Sport