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Rad Ein Berg im Weg auf der Fahrt zu Zeitfahr-Gold

Für einmal ist das WM-Zeitfahren kein Fall für die Roller. Mit dem Floyen gibt es einen Schlussaufstieg zu absolvieren – zuvor steht ein Velowechsel an.

Legende: Video Loosli: «Man wird beim Wechsel nicht viel Zeit verlieren» abspielen. Laufzeit 02:51 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 19.09.2017.

Ein WM-Zeitfahren ist normalerweise ein Fall für Tempo-Bolzer. Kein Wunder also, dass Tony Martin und der zurückgetretene Fabian Cancellara seit 2006 je vier Mal den Titel holten.

An der WM 2017 in Bergen liegt der Fall nun etwas anders: Nach zwei mehrheitlich flachen Runden durch die Stadt geht es im Finale hoch zum Ausflugsberg Floyen: Ein 3,4 Kilometer langer Aufstieg mit einer Höhendifferenz von 316 Metern wartet auf die Zeitfahrer.

Legende: Video Küng: «Ich fühle mich auf dem normalen Velo wohler» abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 19.09.2017.

Küng: Nie mehr mit dem Zeitfahrvelo

Erlaubt sein wird dabei auch ein Wechsel vom Zeitfahr- auf das klassische Strassenrad. Eine Wechselzone wurde eigens dafür eingerichtet. Man habe diesen Velowechsel auch trainiert, erklärt Stefan Küng, einer von 2 Schweizer Startern im Zeitfahren.

«Es hat viele Serpentinen. Mit dem eher sperrigen Zeitfahrvelo verliert man in den Kurven und beim Beschleunigen zu viel Zeit», erklärt der Thurgauer. Küng hat die Steigung einmal mit der 2 Kilo schwereren Zeitfahr-Maschine absolviert: «Oben wusste ich, das war das letzte Mal», erzählt der BMC-Fahrer.

Loosli: «Die Fahrer sehen einen Vorteil»

SRF-Experte David Loosli ist überzeugt, dass beim Wechsel nicht viel Zeit verloren gehen wird. Und dass die Fahrer davon profitieren werden: «Viele Fahrer haben sich für den Wechsel entschieden. Sie sehen auf dem letzten Teil Vorteile mit dem normalen Strassenvelo», so der Ex-Profi. Denn wenn es keinen Vorteil gäbe, so würde man es auch nicht machen, ist Loosli überzeugt.

Martin gar nicht begeistert

Gar keine Freude an der Strecke hat Tony Martin, bei einer «normalen» WM der Top-Favorit auf Gold. Die Wechselzone sei «Wischi-Waschi» und überhaupt sei der nur 31 Kilometer lange Parcours «WM-unwürdig». Der vierfache Weltmeister spekuliert nun auf Bronze, da er gegen die Top-Favoriten Chris Froome und Tom Dumoulin am Berg chancenlos sei.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 19.09.2017, 22:25 Uhr

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