Giro-Königsetappe: Serpentinen bis in den Himmel

Die 16. Etappe des Giro d'Italia hat es in sich. Dabei sind die steilen Kurven hinauf zum Mortirolo nur die Vorspeise. Als Hauptgang wartet der Stelvio – und das gleich im Doppelpack.

Der Passo Stelvio. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mythos und Symbol zugleich Der Passo Stelvio. Imago

Nach dem dritten und letzten Ruhetag steht den Fahrern am Giro eine mörderische Schlusswoche bevor. Auf den 5 Bergetappen warten alleine 7 Bergwertungen der 1. Kategorie. Und als wäre das nicht genug, müssen am Sonntag noch Reserven für ein weiteres – und wohl entscheidendes – Einzelzeitfahren im Tank sein.

Passo Stelvio – das Dach des Giro

Am Dienstag steht für den Giro-Tross das härteste Teilstück der gesamten Rundfahrt auf dem Programm. Mit 227 Kilometern von Rovetta nach Bormio ist die Etappe nicht nur eine der längsten, sondern auch diejenige mit den meisten Höhenmetern: Über 5300.

Zur Vorspeise erwartet die Fahrer der Mortirolo-Pass, der mit seinen extremen Steilstücken für eine erste Zäsur sorgen könnte. Danach geht es hinauf zum Stelvio, und das gleich zweimal: Zuerst folgt der 21 Kilometer lange Anstieg zur «Cima Coppi», dem höchsten Punkt des diesjährigen Giro (2758 m).

Nach der Abfahrt wird das Stilfserjoch von der Schweizer Seite her über den Umbrailpass erneut befahren – ein echter Härtetest, bevor endlich die erlösende Abfahrt nach Bormio beginnt.

Stelvio – Eindrücke aus vergangenen Tagen

Alles begann mit Coppi

1953 hat Fausto Coppi den höchsten Pass Italiens mit einer beeindruckenden Solofahrt erstmals bezwungen – seither ist der Mythos Stelvio stetig gewachsen.

Einmal im Jahr wird die Passstrasse im Rahmen des «Gran Fondo Stelvio Santini» für den Verkehr gesperrt. Hunderte Hobby-Fahrer bietet sich dann die Gelegenheit, das «Monster Stelvio» am eigenen Leib zu erfahren.

In Gedenken an Scarponi

Michele Scarponi, der zwei Wochen vor dem 100. Giro bei einem
Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, ist der Aufstieg zum Mortirolo
gewidmet. Diesen Pass hatte der Italiener 2010 auf dem Weg zu seinem letzten
Giro-Etappensieg bewältigt.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 21.05.2017, 18:15 Uhr