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Rad Nach Horrorstürzen: Im Fahrerlager wird Kritik laut

Der schlimme Sturz von Richie Porte auf der Königsetappe war der negative Höhepunkt nach einer Reihe von schlimmen Stürzen bei der diesjährigen Tour de France. Die Kritik an den Veranstaltern wächst.

Richie Porte wird nach seinem Sturz versorgt.
Legende: Zog sich Knochenbrüche zu Richie Porte wird nach seinem Sturz versorgt. Imago

Bei Tempo 80 war der australische BMC-Profi Richie Porte am Sonntag in einer Linkskurve zu Fall gekommen. Zuvor hatte es auf derselben Etappe bereits Robert Gesink, Manuele Mori und den Gesamtzweiten Geraint Thomas erwischt.

Dass Porte dabei «nur» mit einem Becken- und einem Schlüsselbeinbruch davon gekommen ist, grenzt an ein Wunder. Bilder von der Erstversorgung auf der Strasse hatten noch Schlimmeres vermuten lassen.

Es war sehr rutschig und ich denke, die Veranstalter haben bekommen, was sie wollten.
Autor: Daniel Martin
Legende: Video Der schlimme Sturz von Porte abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus sportlive vom 09.07.2017.

Daniel Martin, der beim Crash von Porte mitgerissen worden war, das Rennen danach aber ohne schwere Blessuren fortsetzen konnte, fand nach der Königsetappe deutliche Worte. «Es war sehr rutschig und ich denke, die Veranstalter haben bekommen, was sie wollten», so der Ire, der im Gesamtklassement an 9. Stelle liegt.

Ist das Limit erreicht?

Nicht ganz so drastisch wie Daniel Martin formulierte Tony Martin seine Kritik. «Wenn die Organisatoren ein bisschen an die Gesundheit der Fahrer denken würden, dann könnte man sich solche Abfahrten sparen», so der Deutsche.

Seit Jahren geht bei den Veranstaltern der Trend dahin, immer noch eine grössere Show zu bieten. So wurden bei der Tour in der Vergangenheit auch Kopfsteinpflaster-Passagen eingebaut. Beim Giro d'Italia wollten die Organisatoren den besten Abfahrer mit einem Preis belohnen. Erst nach heftiger Kritik aus dem Fahrerlager wurde das Vorhaben wieder verworfen.

Ihre Meinung ist gefragt:

Richie Porte meldet sich aus dem Spital

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 09.07.2017, 18:15 Uhr

Auch Majka out

Rafal Majka wird die Tour de France nach seinem Sturz vorm Sonntag nicht fortsetzen. Der polnische Captain des Bora-Hansgrohe-Teams erlitt schwere Prellungen und grossflächige Hautabschürfungen. Die Schmerzen erschweren seine Atmung.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Namor Brisk (Namor)
    Meiner Meinung nach seid ihr alles "jammeri". Es gehr darum, den Besten zu ermitteln. Alle wissen das und die Fahrer verdienen ihr (gutes) Geld damit. Der Beste sein heisst halt, auch mal mit Köpfchen fahren. Porters Unfall war ein krasser Fahrfehler. Er fährt die Kurve 1m zu weit innen! In einer Abfahrt geht es nicht nur um "grind abe und rase"! Vielleicht am Vorabend mal die Abfahrt au Video studieren und heikle Stellen merken. Wer Berge hoch will, muss halt auch wieder runter! Ganz logisch!!
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Aus dem Blick des Ingenieurs gesehen, wären halt vollgefederte Fahrräder mit Scheibenbremsen um einiges sicherer (und sogar noch etwas schneller) bei solch einer Abfahrt. Aber halt beim Aufstieg um ein paar Kilo schwerer. Ein Zweirad mit starrem Rahmen ist ab einer bestimmten Geschwindigkeit nur noch sehr schwer kontrollierbar. Eine Erkenntnis des Carlo Guzzi übrigens, der in den 1930er Jahren die ersten vollgefederten Rennmaschinen baute und damit viele Erfolge gegen Starrrahmentöffs feierte.
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    1. Antwort von Namor Brisk (Namor)
      ...jetzt haben wir sogar eine Variante, die noch schneller wäre!
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  • Kommentar von Andreas Schweingruber (Andreas Schweingruber)
    wen ich mit einem Motorrad, ausgerüstet mit Turnschuhen, T-Shirt, Shorts und Velohelm diese Strecke mit 80km/h hinunterrasen würde, wäre ich für jeden ein verantwortungsloser Raser.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Diese Gedanken, Herr Schweingruber, habe ich mir schon oft gemacht, wenn diese Veloprofi auf den 2-3 cm breiten "Pneus" am Rad, mit bis zu 90 Km/h eine Bergstrasse hinunterfahren! Muss es wieder Tote geben, bevor solche Horrorabfahrten endlich aus den Etappen gestrichen werden?
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