Nur wenig «Ausgang» für Michael Albasini?

Mit neuer Ausgangslage ist Michael Albasini zu seiner 9. Tour de France gestartet. Der Ostschweizer wird seine eigenen Interessen vorderhand zurückstellen und für seine Teamleader bei Orica-Scott arbeiten müssen.

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Albasini: «Wenn man sich verkrampft, klappt es sowieso nicht»

3:13 min, vom 1.7.2017
  • Michael Albasini bestreitet bereits seine 9. Tour de France
  • Einen Etappensieg hat er – ausser im Mannschaftszeitfahren – noch nicht feiern dürfen
  • Bei Orica-Scott wird er in diesem Jahr weniger Freiheiten haben

8 Tours de France hat Michael Albasini in seiner langen Karriere bereits bestritten. 7 Mal schaffte es der 36-jährige Ostschweizer bis nach Paris. Mit dem ersehnten Etappensieg wollte es bislang aber nicht klappen. Am nächsten dran war Albasini 2013 in Lyon, als er im Sprint nur hauchdünn gegen den Italiener Matteo Trentin verlor.

«  Ich muss meine Interessen in diesem Jahr zurückstecken. »

Michael Albasini
Etappenjäger

TdF 2013: Albasini in Lyon hauchdünn geschlagen

2:38 min, aus sportaktuell vom 13.7.2013

Bei der 9. Teilnahme will Albasini nun den nächsten Anlauf nehmen. Doch die Ausgangslage im Team Orica-Scott hat sich verändert. Mit Esteban Chaves und Simon Yates verfügt das australische Team erstmals auch über Fahrer, die als Anwärter auf einen vorderen Rang in der Gesamtwertung in Frage kommen.

Defensiver als in den Vorjahren

Entsprechend wird Albasini als Helfer arbeiten müssen und weniger «Ausgang» erhalten als in früheren Jahren: «Für mich ist es die erste Tour de France, bei der im Team wirklich Anwärter aufs Gesamtklassement dabei sind. Ich muss meine Interessen somit zurückstecken», ist sich der Schweizer bewusst.

Der Fokus werde zunächst darauf liegen, Chaves und Yates heil durch die ersten 10 Tage zu bringen, sagt Albasini. Das Team werde defensiver fahren als in den Jahren zuvor. Über eventuelle Interessen an Etappensiegen werde man im Team kurzfristig entscheiden.

Entspannt statt verkrampft

Etappen nach dem Gusto des starken Finisseurs Albasini gäbe es an der Tour de France 2017 durchaus, wie etwa das Teilstück am Montag nach Longwy. Doch verkrampfen wolle er sich auf der Jagd nach dem Etappensieg nicht. Er sei entspannt und nehme es wie es komme, sagt Albasini.

Zudem weiss er um die starke Konkurrenz bei den ihm gut liegenden ansteigenden Ankünften: «Fahrer wie mich gibt es mittlerweile viele», sagt er mit einem Grinsen.

Das Team Orica-Scott

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 30.06.2017, 22:20 Uhr