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Vingegaard, Van Aert und «Cav» Ein überlegener Sieger, aber keine One-Man-Show

Tadej Pogacar hat die Tour überlegen gewonnen. Doch auch andere Fahrer haben in Frankreich beeindruckt – drei ganz besonders.

Der junge Däne Jonas Vingegaard konnte Tadej Pogacar am Mont Ventoux zumindest kurzzeitig in die Bredouille bringen.
Legende: Der Shootingstar Der junge Däne Jonas Vingegaard konnte Tadej Pogacar am Mont Ventoux zumindest kurzzeitig in die Bredouille bringen. imago images

Dass Tadej Pogacar die Tour de France auch in diesem Jahr gewinnen wird, hatte sich früh abgezeichnet. Sicherlich spielte dem Slowenen dabei in die Karten, dass die Konkurrenz ebenso früh schwächelte. Primoz Roglic etwa trat nach einem heftigen Sturz in der ersten Tour-Woche nicht mehr zur 9. Etappe an.

Der ehemalige Skispringer wäre wohl einer der wenigen gewesen, der Pogacar auf dem Weg nach Paris in die eine oder andere schwierige Situation hätte bringen können. Nach dem Verlust ihres Captains sprang bei der Equipe Jumbo-Visma dafür ein anderer in die Bresche. Einer, den man an grossen Rundfahrten künftig auf der Rechnung haben muss.

  • Die unerwartete Entdeckung: Jonas Vingegaard (DEN/Jumbo-Visma)

Der 24-Jährige war der Einzige, der Pogacar in den Bergen zumindest etwas in Verlegenheit bringen konnte. Am Mont Ventoux distanzierte Vingegaard den Slowenen um mehr als eine halbe Minute. Zwar machte Pogacar den Rückstand in der Abfahrt wieder wett. Der Antritt des jungen Dänen war aber ebenso beeindruckend wie seine Leistung im abschliessenden Zeitfahren am Samstag, als er sich als Dritter erneut mitten unter den Weltbesten klassierte.

Ursprünglich war Vingegaard für die Tour gar nicht vorgesehen – als Team-Leader schon gar nicht. Mit dem zweiten Gesamtrang bei seiner Premiere an der «Grande Boucle» hat der Däne, der vor drei Jahren frühmorgens jeweils noch auch dem Fischmarkt gearbeitet hatte, mehr als nur eine Visitenkarte abgegeben.

  • Das Vielseitigkeits-Triple: Wout van Aert (Jumbo-Visma)

Gäbe es einen Award für den vielseitigsten Fahrer, man müsste ihn zweifelsohne Wout van Aert verleihen. Als hätte es den ultimativen Beweis für seine Vielseitigkeit noch gebraucht, gewann der belgische Meister nicht nur die happige Etappe mit dem zweimaligen Aufstieg zum Mont Ventoux. Der dreifache Radquer-Weltmeister krönte seine Tour nach dem Sieg im abschliessenden Zeitfahren mit dem Triumph auf den Champs-Elysées – etwas, von dem viele klassische Sprinter nur träumen können.

Drei Etappensiege konnte Wout van Aert einfahren: In den Bergen, im Zeitfahren und im Massensprint.
Legende: Das beeindruckende Triple Drei Etappensiege konnte Wout van Aert einfahren: In den Bergen, im Zeitfahren und im Massensprint. Keystone

Am Sonntagabend sass Van Aert bereits im Flieger nach Tokio. Der 26-Jährige wird sowohl im olympischen Strassenrennen wie auch im Zeitfahren zu den Medaillenanwärtern gehören.

  • Die märchenhafte Auferstehung: Mark Cavendish (Deceuninck-QuickStep)

Der Sieg auf den Champs-Elysées wäre für Mark Cavendish die ultimative Krönung gewesen. Weil Van Aert am Sonntagabend aber zum Spielverderber avancierte, bleibt der Brite mit 34 Etappensiegen auf gleicher Stufe wie Eddy Merckx. Dies schmälert Cavendishs märchenhaftes Comeback allerdings kein bisschen. Seinen letzten Tagessieg an der Tour hatte der mittlerweile 36-Jährige 2016 eingefahren. Dazwischen lagen harte Jahre, in denen der Topsprinter auch mit einer Depression kämpfte.

Mark Cavendish zeigte sich nach seinem ersten Etappensieg an der diesjährigen Tour extrem emotional – und schlug dann drei weitere Male zu.
Legende: Überwältigt Mark Cavendish zeigte sich nach seinem ersten Etappensieg an der diesjährigen Tour extrem emotional – und schlug dann drei weitere Male zu. Keystone

Bei Deceuninck-Quickstep bekam «Cav» in diesem Jahr eine Chance, nachdem er 2019 im Trikot von Dimension Data und 2020 als Teil der Bahrain-Victorious-Equipe ohne Sieg geblieben war. Diese Chance hat er mehr als genutzt – und gezeigt, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

SRF info, sportlive, 18.07.2021, 17:00 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (GiJaBra)
    Viele ?????????bleiben, kometenhafter Aufstieg des Junbo Visma Fahrer, Van Art der nunauch schon Bergetappen gewinnt, Sprintet und im Zeitfahren gut ist...alle aus den gleichen Team wie Roglic der ja auch erst seit 43 Jahren vorne mitfährt..Jumbo Visma, ehemsls Rabobank, ehemals viel Doping....tja wie viele hier sagen, es gilt die Unschuldsvermutung....wie bei Pogastrong...
  • Kommentar von Thomas Bischofberger  (Thomas B.)
    Kleine Anmerkung zur gestrigen Hauptausgabe der Tagesschau. Die Moderatorin meinte, dass die letzte Etappe eine lockere Angelegenheit gewesen war. Die letzten Kilometer wurden mit einem knappen 50er Schnitt und die letzten 500 Meter mit einem 67er gefahren. Alles andere als locker, nur weil am Anfang traditionell angestossen und gefeiert wurde.