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Zeichen gegen Rassismus «Kameltreiber»-Opfer darf an der Deutschland-Tour starten

Das Continental-Team Bike Aid hat Azzedine Lagab kurzfristig unter Vertrag genommen und will mit Lagabs Start ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Azzedine Lagab
Legende: Ist ab Donnerstag an der Deutschland-Tour dabei Azzedine Lagab. Keystone

Bei Olympia wurde Azzedine Lagab als «Kameltreiber» verunglimpft, nun startet der 34-jährige Algerier bei der Deutschland-Tour.

«Ihn in unser Team aufzunehmen und das während der laufenden Saison für eine so wichtige Rundfahrt, war natürlich keine einfache Entscheidung. Ich denke, wenn wir als Team dazu stehen, was wir vorgeben zu sein, dann müssen wir uns dieser Sache annehmen und uns selbst hinterfragen», sagte Lagabs neuer Teamkollege Matthias Schnapka bei Bike Aid.

Viele fragten, ob wir uns sicher sind, dass das die richtige Entscheidung war. Nein, das sind wir nicht. Allerdings können wir hoffen, dass das negative Ereignis der Anstoss zu etwas Positivem wird.
Autor: Matthias Schnapka

Lagab war bei Olympia in Tokio vom deutschen Sportdirektor Patrick Moster rassistisch beleidigt worden. Dieser hatte während des Zeitfahrens Nikias Arndt mit den Worten «hol die Kameltreiber» angefeuert. Vor Arndt waren Amanuel Ghebreigzabhier (ERI) und Lagab auf die Strecke gegangen. Moster war nach dem Skandal nach Hause geschickt worden.

Video
Archiv: Moster feuert Arndt an und sorgt für Eklat
Aus Tokyo 2020 Clips vom 28.07.2021.
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8 Kommentare

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  • Kommentar von Xafer Bachofen  (XB)
    Liebes SRF. Schützt doch bitte die Würde dieses Sportlers (und Eure eigene) und schreibt auch in der Headline seinen Namen. "Kameltreiber-Opfer" gibt vielleicht mehr Klicks, ist billigster Boulevard Stil.
  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Deutsche Trainer und Sportler haben an den OS zwei unglaubliche Skandale produziert. Ich verstehe nicht warum das IOC nicht viel härter durchgreift und Deutschland für die nächsten Sommerspiele nicht grundsätzlich sperrt. Läppische Bussen und mahnende Worte sind für diese extrem unfairen Verhaltensweisen einfach viel zu wenig.
    1. Antwort von Stefan Gisler  (GiJaBra)
      Wäre wohl etwas krass und übertrieben andere Sportler für das Vergehen von Funktionären und einzelnen Personen zu bestrafen.
    2. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Finde ich nicht. Was Schleu und ihre Trainerin abgezogen haben rechtfertigt alleine, dass das IOC endlich hart durchgreift. Auch Nationen, die DoperInnen in ihren Reihen haben, sollten ausgeschlossen werden.
    3. Antwort von Kim Hansson  (Freddy Tobler)
      Wären es Russen gewesen wären Kollektivstrafen ausgesprochen worden...
    4. Antwort von Daniel Flückiger  (Daniel Flückiger)
      Kollektivstrafen und Schauprozesse haben in einem Rechtsstaat nichts verloren. Und sie bringen auch nichts gegen Gesinnungsverirrte.
    5. Antwort von Daniel Hüppin  (Daniel Hüppin)
      @Martin Gebauer: Ihre Forderung, Nationen auszuschliessen, welche gedopte Athleten in ihren Reihen haben, könnte auf die Schweiz zurückfallen, wenn Sie an die Fälle Alex Wilson und Kariem Hussein denken. Ich denke, wenn man Ihren Forderungen konsequent nachginge, gäbe es wohl bald gar keine olympischen Spiele (Sommer und Winter) und auch andere Sportveranstaltungen mehr. Oder welches Land ist noch ganz frei von Dopingfällen oder anderen Skandalen im Zusammenhang mit Sport?
    6. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Dann fällt es halt auf die Schweiz zurück. Nur ganz starke Signale vertreiben die Betrüger und Lügner aus dem Sport. Ich wundere mich ja immer, dass sich Sportler/innen zusammen mit überführten Doper/innen an die Startlinie stellen. Das würde ich aus Protest nie tun. Darum habe ich als Altersklassenathlet im Triathlon auch aufgehört, weil man auch da gegen die Doper/innen chancenlos ist. Meine Schätzung, von den jeweils für Hawaii qualifizierten AK Athlet/innen sind mindesten die Hälfte gedopt.