Stoch fliegt in Bischofshofen zum Tournee-Sieg

Der Pole Kamil Stoch gewinnt die 65. Austragung der Vierschanzentournee dank einem Tagessieg in Bischofshofen. Daniel Andre Tande verpasst den Gesamtsieg nach einem abschliessenden 26. Rang.

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Stoch gewinnt das Springen und die Tournee

2:38 min, aus sportaktuell vom 6.1.2017
  • Kamil Stoch tritt in die Fussstapfen von Adam Malysz
  • Daniel Andre Tande erlebt in Bischofshofen einen bitteren Abend
  • Simon Ammann beendet die Tournee auf Gesamtrang 44

Kamil Stoch hat zum ersten Mal in seiner Karriere die Vierschanzentournee gewonnen. Der 29-jährige Pole siegte im letzten Wettbewerb in Bischofshofen nach Sprüngen auf 134,5 und 138,5 Meter vor Michael Hayböck (Ö) und Landsmann Piotr Zyla, der in der Gesamtwertung auf Rang 2 vorrückte.

Riesiges Pech für Tande

1:36 min, vom 6.1.2017

Drama um Tande

Daniel Andre Tande, der als Leader mit 1,7 Punkten Vorsprung auf Stoch nach Bischofshofen gereist war, wurde zur tragischen Figur. Beim Norweger löste sich im 2. Durchgang der Bindungsstab. Mit Mühe konnte er einen Sturz verhindern, doch er landete schon nach 117 Metern und fiel nach Tagesrang 26 in der Gesamtwertung auf Rang 3 zurück.

«  Das ist eine unglaubliche Geschichte für mich, ein Traum. Für Daniel tut es mir aber unglaublich leid. »

Kamil Stoch

Mit seinem Erfolg verhinderte es Stoch, als erster Gesamtsieger ohne Tagessieg seit Janne Ahonen 1999 in die Geschichte einzugehen. Der zweifache Olympiasieger ist der zweite Pole nach Adam Malysz (Sieg 2000/2001), der die prestigeträchtige Tournee gewinnen kann. Bis zu diesem Jahr hatte bei Stoch ein 4. Rang in der Gesamtwertung als Tournee-Bestleistung zu Buche gestanden (2013).

Viertes «Monument» für Stoch

«Das ist eine unglaubliche Geschichte für mich, ein Traum. Für Daniel tut es mir aber unglaublich leid», sagte Stoch fair. Nach Olympiasieg, WM und Gesamtweltcup-Sieg holte Stoch, der zwei Jahre lang seiner Form hinterher gesprungen war, den vierten von fünf grossen «Monumente» des Skispringens. Nun fehlt noch der Erfolg bei der Flug-WM.

Ammann weit abgeschlagen

Simon Ammann hatte den Einzug in die K.o.-Phase nach einem Satz auf nur 110 Meter verpasst. Der 35-Jährige beendete die Tournee damit auf dem 44. Gesamtrang, mit 694 Punkten weniger als Sieger Stoch. Der Toggenburger legt nun eine Wettkampfpause ein, zumal seine Frau Yana bald ein zweites Kind zur Welt bringen wird.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.1.2017, 16:40 Uhr