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Formel 1 Hamilton: Kein Gehör für den Teamgedanken

Ist der Brite ein schlechter Verlierer? Beim Saisonfinale in Abu Dhabi hat der entthronte Weltmeister mit seinem Alleingang die Verantwortlichen von Mercedes in Rage gebracht.

Legende: Video Rosberg entthront Hamilton abspielen. Laufzeit 3:56 Minuten.
Aus sportpanorama vom 27.11.2016.
Lewis hat unsere Anweisungen ignoriert. Damit hat er auch den Sieg für Mercedes gefährdet.
Anarchie funktioniert in keinem Team und in keinem Unternehmen. Wenn wir so weitermachen, dann macht jeder, was er will.
Er hat mit seinem Verhalten einen Präzedenzfall geschaffen. Also geht es darum, eine Lösung zu finden, wie man so etwas in Zukunft verhindert. Wir werden sicher dazwischenhauen, aber ich muss mir nun zuerst eine Meinung bilden.

Diese Aussagen stammen von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und zeugen davon, dass der Österreicher nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi ziemlich verstimmt war. Dabei gab es teamintern mit dem WM-Titel von Nico Rosberg allen Grund zum Feiern.

Von wegen aufs Vollgas drücken

Bevor der erstmalige Triumph für den Deutschen feststand, versuchte der zweite «Silberpfeil»-Pilot Lewis Hamilton mit allen Mitteln, Rosberg auszubremsen. In Führung liegend begann er plötzlich zu bummeln – in der Hoffnung, dass sein Teamkollege durch Überholmanöver anderer Fahrer noch aus den Top 3 verdrängt würde und ihn so doch nicht entthronen könnte.

Hamilton widersetzte sich offensichtlich der Stallorder, wie die folgenden beiden Funksprüche belegen.

Legende: Video Zwei unmissverständliche Funksprüche an Hamilton abspielen. Laufzeit 1:23 Minuten.
Vom 28.11.2016.
  • Runde 44: «Lewis, es braucht Ruhe, Du musst jetzt das Tempo wirklich wieder erhöhen. Wir benötigen 1:44er-Zeiten.»
  • Runde 52 – nun spricht sogar der technische Direktor Paddy Lowe zu ihm: «Das ist ein Befehl, Du musst jetzt zwingend schneller fahren. Komm, los.»

Den Briten beschäftigte die aufkommende Hektik in seiner Box nicht. Vielmehr verteidigte er sich im Ziel wie folgt: «Ich habe nichts Gefährliches und deshalb auch nichts Unfaires getan Es war ein WM-Fight. Ich lag an der Spitze und habe das Tempo bestimmt. So sind die Regeln.»

Rauswurf als drastische Massnahme?

Wohl aber zu kümmern brauchen Hamilton die angedrohten Konsequenzen, die nach seiner «Rebellion» weit reichen könnten. Die Medien in seiner Heimat spekulieren über eine Entlassung, sicher aber rechnen sie mit einer Sperre. So schreibt der Guardian: «Mercedes zieht Disziplinarmassnahmen in Erwägung. Hamilton könnte gesperrt werden, nachdem er sich dreist und wiederholt über Anweisungen hinweggesetzt hat.»

Gratulation an Rosberg? Fehlanzeige!

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 27.11.2016 13:30 Uhr

6 Kommentare

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  • Kommentar von Suat Ulusoy (SuatU)
    In meinen Augen absolut ok, was Hamilton probiert hat, um doch noch Weltmeister zu werden. Von Unfairness kann keine Rede sein und zudem wurde die Schlussphase dadurch endlich mal richtig spannend. Vielmehr finde ich es völlig deplatziert, wie sich Toto Wolff nun äussert und wie versucht wurde ins Rennen einzugreifen. Mercedes hatte immer betont, dass sie beide Fahrer gegeneinander kämpfen lassen. Macht nun schon etwas den Anschein, dass Rosberg als WM lieber gesehen wurde...
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  • Kommentar von Vincent Böhm (V.Böhm)
    Naja, dieser Sport ist so langweilig, dass sie nur mit solchen Geschichten wenigstens noch für ein bisschen für Spannung sorgen können. Traurig.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Es war schon schlimm (eintönig) genug, dass die ganze Saison 2016 ständig jedes Rennen durch die beiden Mercedes-Fahrer dominiert (und auch meistens gewonnen) wurde! Hamilton wollte vielleicht einfach im letzten Rennen in der Schlussphase noch etwas Spannung ("Aekschen") erzeugen! Etwas, was wir Zuschauer sehr oft stark vermissten, in der vergangenen Saison! Anderseits war es schon lange kein Geheimnis mehr, dass sich die beiden Mercedes-Kollegen Rosberg und Hamilton gar nicht gut verstanden!
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