Man of the Race: Nico Hülkenberg

Mit seinem zweiten Top-6-Platz in Folge hat Nico Hülkenberg in Sepang seine Zuverlässigkeit und Effizienz untermauert. SRF-Kommentator Michael Stäuble kürt den Ex-Sauber-Piloten deshalb zum «Man of the Race».

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Hülkenbergs Zweikämpfe am GP Malaysia

2:26 min, vom 30.3.2014

Bei Sauber hat Hülkenberg im vergangenen Jahr praktisch jedes Mal das Maximum herausgeholt, nun tut er‘s für Force India. Hinter den überragenden Mercedes sowie Vettel und Alonso fuhr er zuverlässig und so schnell, wie es im Force India halt ging. Platz 5 - noch einen Rang besser als in Melbourne.

Einziger Leader neben Mercedes-Piloten

Hülkenberg führte das Rennen in Runde 16 sogar 3 km lang an, weil er jeweils viel später Reifen wechselte als das Spitzenquartett. Nur wird ihm keine Führungsrunde gutgeschrieben, da bei der nächsten Zieldurchfahrt schon wieder Hamilton vorn lag. Trotzdem, es ist bisher 2014 das einzige Mal, dass kein Mercedes führte. Hamilton schaffte offiziell seinen ersten Grand Slam (Pole, schnellste Runde, Start-Ziel-Sieg).

Eine Augenweide war Hülkenbergs Schlussbouquet: Der Kampf um Platz 4 gegen Alonso ging zwar verloren, weil der Spanier im Ferrari mit seiner 3-Stopp-Strategie klar die frischeren Reifen hatte. Hülkenberg begnügte sich mit 2 Stopps, wobei er wohl auch mit drei Reifenwechseln auf dem starken 5. Rang gelandet wäre.

Sauber – das schmerzt

Dass Sauber mit den Mittelfeld-Teams Force India und Toro Rosso wegen fehlender Pace und Übergewicht zur Zeit nicht mithalten kann, ist hart. Wenn die Autos aber auch nicht ins Ziel kommen, dann ist es ein Debakel. Möglicherweise wurden Sutil und Gutierrez durch Defekte im Ferrari-Antriebsstrang aus dem Rennen gerissen (Stand der Analyse am Sonntagabend, Ortszeit). Derweil ist der Motorenlieferant mit beiden Autos ins Ziel gekommen.

Klar, dass die Fahrerleistungen unter diesen Umständen gar nicht beurteilt werden können. Gutierrez verdient fürs Qualifying in Sepang dennoch ein dickes Lob.

Teamchefin Monisha Kaltenborn verspricht Besserung in den nächsten zwei Rennen, für Barcelona in fünf Wochen wird es ein grösseres Aero-Upgrade geben. Geduld ist also gefragt, besonders in einer Woche: Bahrain mit seinen vielen langsamen Kurven ist alles andere als die Sauber-Lieblingsstrecke.

Und dann noch: Well done, Felipe!

Die Stallorder von Williams ist zwar begreiflich. In der Schlussphase des Rennens jagten Massa und Bottas den McLaren von Jenson Button. Bottas hatte die besseren Reifen und damit die besseren Chancen, den Briten noch zu überholen. Also kam die Order: «Felipe, Bottas ist faster than you!» Bitte den Teamkollegen vorbeilassen. Ich weiss nicht, was der Funkspruch bei Massa auslöste. Ich kann es mir nur in etwa ausmalen.

Zur Erinnerung: Als Massa im Vorjahr Ferrari verliess, sagte er, das Schlimmste, was er in 8 Jahren Scuderia erlebt habe, sei Hockenheim 2010 gewesen: «Ich führte vor Alonso, da kann der Funkspruch 'Felipe, Fernando is faster than you.' Und ich musste ihn passieren lassen.»

Nach 8 Jahren mit vorwiegend Nr. 2-Status erlebt er bei Williams - endlich als Nr. 1 - nun dasselbe mit Bottas. Fast die gleiche Wortwahl! Vom Team etwa so feinfühlig wie ein tiefer Stich in eine höllisch schmerzende Wunde! Sehr begreiflich, dass Massa, derart angestachelt vom eigenen Team, diesmal nicht Platz machte. Bravo Felipe!