Stäubles «Man of the Race» - Jenson Button

Jenson Button schafft es beim letzten GP der Saison in São Paulo von Startplatz 14 auf Rang 4 - und rettet McLaren damit vor einer historischen Schmach. Grund genug für SRF-Kommentator Michael Stäuble, den Briten zum «Man of the Race» zu küren.

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Jenson Buttons Aufholjagd

1:39 min, vom 25.11.2013

Auf harten Reifen machte Button in der ersten Runde drei Ränge gut und pflügte sich weiter durchs Feld, von 14 auf 7 im ersten Stint! Im zweiten rang er Rosberg nieder und profitierte von den Strafen gegen Massa und Hamilton: Schlussrang 4. Damit ersparte er seinem Team gerade noch die Schmach, zum ersten Mal seit der Teamgründung 1966 ohne Top-4-Rang zu bleiben.

Dass McLaren erstmals seit 1980 im ganzen Jahr kein Podestplatz gelang, ist für die siegverwöhnten Briten schwer genug zu ertragen.

Sergio Pérez stürmte bei seiner McLaren-Abschiedsvorstellung sogar von 19 auf 6! Pérez‘ brilliert immer öfter, die Aussetzer werden seltener. Das verbessert seine Chancen im Transferkarussell.

Hülkenberg – noch einmal das Maximum

Wenn ich Nico Hülkenberg lobe, dann entgegnet Teamchefin Monisha Kaltenborn oft: «…aber ohne ein konkurrenzfähiges Auto wäre das auch nicht möglich gewesen!» Da hat sie Recht. Nur: In der ersten Saisonhälfte war das Auto nicht konkurrenzfähig, und trotzdem presste Hülk oft das Maximum heraus. Die hart erkämpften sieben Zähler in den ersten neun Rennen fanden in der breiten Öffentlichkeit kaum Anerkennung, sind aber ebenso aussagekräftig wie die 44 Punkte in der zweiten Saisonhälfte.

Ohne Bremsschaden in Indien und die harte Drive-Through-Strafe in Abu Dhabi hätte der Deutsche ab Monza achtmal in Folge gepunktet. Solche Leistungsausweise erbringen nur Top-Fahrer. Hülkenberg hat Sauber sehr viel gebracht. Er ist der beste Fahrer des Teams seit Robert Kubica.

Der Kommentator kürt nach jedem GP seinen «Man of the Race». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Michael Stäuble Der Kommentator kürt nach jedem GP seinen «Man of the Race». SRF

Und wer fährt bei Sauber im nächsten Jahr?

Die Anzeichen, dass Sauber in der kommenden Saison auf die Dienste des Deutschen verzichten muss, haben sich in den letzten Tagen verdichtet. Hülkenbergs Abgang wäre in jedem Fall ein grosser Verlust. Aber dann steht Adrian Sutil in den Startlöchern, ein valabler Ersatz.

Pastor Maldonado ist ständig im Gespräch mit der Sauber-Teamchefin. «Lotus ist nicht erste Wahl für mich», sagt der Venezolaner. Kein Wunder, denn Lotus hat mehrmals klargemacht, dass man nur hinter seinen Petrodollars her ist. Trotzdem gibt es Anzeichen, dass Maldonado doch bei Lotus andocken wird.

Sergio Pérez hat bei McLaren sehr viel gelernt und grosse Fortschritte gemacht. Er war schon bei Sauber (mit konkurrenzfähigem Auto) für 3 Podestplätze gut und ist jetzt sicher noch besser geworden. Und dann ist noch Paul Di Resta auf dem Markt. Der Schotte, der halt auch kaum Sponsoren mitbringt, hat in diesem Jahr ein paar exzellente Rennen gefahren. Nach Punkten hat er seinen Teamkollegen Sutil deutlich geschlagen: 48:29. Das Quali-Duell hat Di Resta mit 12:7 gewonnen (5:0 in den letzten 5 Rennen). Nur scheint das (vor allem in deutschen Medien) niemand zu merken.

Gutierrez fehlen die Resultate

Da hat Sauber-Rookie Esteban Gutierrez einen schweren Stand. Genau wie das ganze Jahr lang gegen den überragenden Teamkollegen Nico Hülkenberg. Der Mexikaner hat viel Potential, ist sehr beliebt beim Team. Gutierrez ist wohlerzogen, stets freundlich, mit einem sehr sympathischen Umfeld. Vater Roberto bleibt stets angenehm ruhig im Hintergrund. Das schätzt man, aber letztlich zählen nur die Resultate.

Schon in den nächsten Tagen werden wir mehr wissen.