Stäubles «Men of the Race» - Romain Grosjean und Valtteri Bottas

Sebastian Vettel hat beim GP USA seinen 8. Sieg in Folge gefeiert. Doch die «Men of the Race» für SRF-Kommentator Michael Stäuble sind der zweitplatzierte Franzose Romain Grosjean und der Finne Valtteri Bottas auf Rang 9.

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Interview mit Romain Grosjean (französisch/deutsch)

0:23 min, vom 17.11.2013

Der Genfer Romain Grosjean wird langsam Stammgast in dieser Rubrik, und das verdientermassen. Er nutzte die einzige Rennphase, in welcher die Red-Bulls nicht dominant sind, nämlich den Start, und zog an Webber vorbei. Viermal in Folge hat Grosjean nun beim Start Plätze gewonnen. Angefangen in Suzuka, wo er Webber und Vettel in Kurve 1 geschnappt hatte. Diesmal erwischte er Vettel allerdings nicht.

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Der Start von Grosjean («sportlive»)

0:53 min, vom 18.11.2013

Grosjean - Selbstvertrauen kennt keine Grenzen

Gegen Webber im zweiten Weltmeister-Auto wehrte sich Grosjean aber souverän. Sein Lohn: der 6. Podest-Pokal in diesem Jahr. Er ist gewaltig gewachsen! 2012 als Crash-Pilot verrufen, die verdiente rote Karte in Spa und die Monza-Sperre als Tiefpunkt. Danach fuhr er völlig eingeschüchtert und stand vor dem Rauswurf.

Nun ist sein erster Sieg nur noch eine Frage der Zeit. Das Selbstvertrauen kennt keine Grenzen. Kein Wunder. Wenn man sich aus einem Albtraum, wie ihn Grosjean im Vorjahr erlebt hat, derart an die Spitze zurückkämpft, dann wird man ein ganz anderer Mensch.

Erste WM-Punkte für Valtteri Bottas

Valtteri Bottas werden die ersten WM-Punkte der Karriere ebenfalls viel bedeuten. Eine Klasse-Leistung übers ganze Wochenende. Im Qualifying katapultierte er sich in den Top10-Final, demontierte seinen Teamkollegen Pastor Maldonado, der darob völlig die Fassung verlor und von Sabotage sprach. Im Rennen profitierte er vom Fehlstart seines Landsmanns Heikki Kovalainen und stiess von P9 auf 8 vor.

Diesen Platz hielt der Rookie: Gegen Nico Rosberg und Jenson Button, ohne dass ihm die beiden je richtig gefährlich geworden wären. Vielleicht symptomatisch war der Zweikampf im Rookie-Duell gegen Esteban Gutierrez. Okay, der Mexikaner hatte mit alten Reifen schlechte Karten. Aber die Entschlossenheit, wie ihn Bottas bei 250 km/h in Kurve 2 schnappte, hinterliess eine starke Duftmarke!

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Die Zieleinfahrt von Hülkenberg («sportlive»)

0:16 min, vom 18.11.2013

Hülkenberg – 6. mit gestreckter Faust

Sauber-Pilot Nico Hülkenberg wäre «Man of the Race» gewesen, hätte er zum Schluss Fernando Alonso noch niedergerungen. Er war so nah dran! In der letzten Runde attackierte er den Ferrari-Piloten in Kurve 1 innen, doch er überschoss ganz leicht, so dass Alonso Platz 5 doch noch zurückgewinnen konnte.

Der Deutsche eroberte für Sauber 8 weitere WM-Punkte mit einer starken Leistung. Pech, dass er am Start hinter Webber eingeklemmt war, so verlor er einen Rang an Hamilton. Auch Alonso musste er sich 11 Runden vor Schluss beugen, doch in der Schlussphase, mit leichtem Auto, war Hülkenberg wieder schneller als der Ferrari, doch eben, es reichte nicht ganz.

Das Glück für Sauber

Die gestreckte Faust bei der Zieldurchfahrt war wohl eine Trotzreaktion. «Seht her, was ich leiste!» Und dabei hat der Deutsche noch immer keinen Vertrag für 2014. Auf entsprechende Fragen reagiert er gereizt. Bei Saisonhälfte war Ferrari noch eine Option, dann schlossen sich immer mehr Türen.

McLaren zog Kevin Magnussen vor, Lotus scheint auf Maldonados Millionen angewiesen, Force India wird kaum mit zwei Deutschen fahren. Williams hat Massa geholt. Es bleibt wohl nur noch Sauber. Zum Glück für die Hinwiler! Hülkenberg ist der beste Sauber-Pilot seit Robert Kubica.

Formel-1-Kommentator Michael Stäuble. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Formel-1-Kommentator Michael Stäuble. SRF

Gutierrez - gute Rundenzeiten allein reichten nicht

Esteban Gutierrez konnte für sein Sauber-Cockpit heute keine Werbung betreiben. Die Strafe aus dem Qualifying war sicher hart. Die Idee, ihn nach einer Runde bei Safety-Car zum Reifenwechsel an die Box zu holen (es war kein Reifenschaden, entgegen unseren ersten Informationen), zahlte sich nicht aus.

Für all das kann er nichts. Aber Gutierrez brauchte 16 Runden, um Vergne im Toro Rosso zu schnappen, zu lange. Gute Rundenzeiten zwischendurch reichten nicht, der Mexikaner landete ausserhalb der Punkteränge.