Formel E: Ein «grüner» Motorsport

Am Samstag startet in Peking mit der Formel E eine neue Rennserie für Autos mit Elektro-Antrieb. Mit Sébastien Buemi steht im Feld mit diversen Ex-Formel-1-Fahrern auch ein Schweizer am Start. Die «grüne E-Klasse» könnte ein Vorreiter für die Zukunft im Motorsport werden.

Die Formula E startet am Samstag in Peking. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grosse Premiere Die Formula E startet am Samstag in Peking. Keystone

270 PS und ein «Topspeed» von 255 km/h. Verglichen mit den 700-PS-Boliden der Formel 1, die Geschwindigkeiten bis zu 330 km/h erreichen, scheinen die Leistungsdaten der Autos in der Formel E nicht besonders eindrücklich. Im Gegensatz zur Hybrid-Technik der «Königsklasse» setzt die Formel-E-Rennserie dafür komplett auf Elektroautos.

«Grüner» Motorsport

Denkt man an den Umweltschutz und eine nachhaltige Vision für die Zukunft, ist die Formel E fast schon revolutionär. Jean Todt, Präsident des Internationalen Automobil-Verbands FIA und Initiant der neuen Rennserie, stellt den «grünen Gedanken» der Formel E in den Vordergrund: «Die Welt ist steten Veränderungen unterworfen. Als Aushängeschild im Motorsport tragen wir die Verantwortung, diesen Veränderungen Rechnung zu tragen.»

Neue Rahmenbedingungen

Für die Zuschauer der neuen Rennserie wird sich neben den «leisen Sohlen» der Elektroautos auch sonst so einiges verändern. So finden die Rennen nicht mehr auf den altbekannten Strecken der «Königsklasse» statt, sondern verlagern sich in die Zentren von Städten. Metropolen wie London, Miami, Berlin und Buenos Aires werden Austragungsorte der «ePrix».

Die Formel E unterscheidet sich gegenüber der Formel 1 auch bezüglich der zeitlichen Dauer. Die «E-Klasse» ist eine Eintagesveranstaltung (freies Training, Qualifying und Rennen am selben Tag). Unzählige Boxenstopps gehören ebenfalls der Geschichte an. In der Formel E wechseln die Fahrer einmal das Auto, weil die Batterie-Ladung nur für eine Rennhälfte ausreicht.

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Ehemalige F1-Piloten

Sébastien Buemi (Sz), Takuma Sato (Jap), Franck Montagny (Fr), Lucas di Grassi (Br), Nelson Piquet junior (Br), Bruno Senna (Br), Jérôme d'Ambrosio (Be), Karun Chandhok (Ind), Jarno Trulli (It), Nick Heidfeld (De), Jaime Alguersari (Sp)

Viele Piloten mit Formel-1-Erfahrung

Insgesamt 10 Teams stehen bei der Formel E am Start, wobei diese mit zahlreichen ehemaligen Formel-1-Piloten gespickt sind. Mehr als die Hälfte aller Fahrer hat eine Vergangenheit in der «Königsklasse» (siehe Box).

Aus Schweizer Sicht dürfte vor allem Sébastien Buemi interessieren. Der Romand vom Team E. Dams-Renault hat in den Testfahrten in Donington lauter Bestzeiten auf den Asphalt gelegt und steigt als Titelfavorit in die neue Rennserie. «Es ist komplett innovativ mit einem Elektroauto zu fahren. Ich bin sehr zufrieden dabei zu sein», meint Buemi. Ob er seiner Rolle als Titelanwärter bereits im ersten «ePrix» in Peking gerecht werden kann, wird sich zeigen.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Rendez-vous, 11.09.14 12:30 Uhr