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Eine Disziplin vor dem Aus Haben wir zum letzten Mal über Kombi-Gold gejubelt?

Die Schweiz überzeugte bei den jüngsten Grossanlässen in der Kombination. Dies dürfte bald ein Ende haben.

Michelle Gisin und Wendy Holdener.
Legende: Zahlreiche Grosserfolge Die Kombi war jüngst oft in Schweizer Hand. Keystone

Mit Wendy Holdener und Luca Aerni stellt die Schweiz die beiden aktuellen Kombinations-Weltmeister. Und nach dem Coup von Michelle Gisin ist nun auch Olympiagold in «unserem» Besitz. Jubelnde Schweizer in der Kombination – es sind Bilder, die wir in Zukunft wohl nicht mehr sehen werden.

Sportliche und monetäre Gründe

Es ist kein Geheimnis, dass der «Misch-Event» aus Abfahrt und Slalom im Skizirkus auf der Abschussliste steht. FIS-Renndirektor Atle Skardal erläuterte jüngst die Gründe dafür:

  • «Die Kombinationen waren in den letzten Jahren vor allem auf der Frauenseite eine wirtschaftlich sehr schwierige Übung. Als Folge, dass wir uns teils nicht allzu attraktiv präsentieren konnten, floss weniger Geld.»
  • «Aus sportlicher Sicht gilt es leider zu sagen, dass nur sehr wenige Athleten sowohl Abfahrt wie auch Slalom gut beherrschen.»

Anstelle der Kombination soll in Zukunft ein individuelles Parallelrennen analog der City-Events durchgeführt werden. Für die WM, die im Zuständigkeitsbereich der FIS liegt, ist dies bereits konkret geplant. In Cortina d'Ampezzo soll diese Disziplin 2021 ihre Premiere feiern.

Was bringt die Zukunft?

Es deutet vieles darauf hin, dass man auch bei den Olympischen Spielen diesen Weg gehen wird. Ob die Kombination 2022 in Peking noch olympisch sein wird, steht derzeit in den Sternen.

Es wäre das Ende eines Traditionsbewerbs. 1936 wurde in Garmisch-Partenkirchen der erste Medaillensatz in dieser Disziplin vergeben.

Die Schweizer wussten dabei immer wieder zu überzeugen. Auch Vreni Schneider (Silber 1994) oder Maria Walliser (Bronze 1988) durften sich olympisches Edelmetall umhängen lassen.

Legende: Video Schweizer Festspiele in der Kombi! abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus PyeongChang 2018 vom 22.02.2018.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.2.18, 6:50 Uhr

21 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Kümmerli (Bap)
    Natürlich ist aus CH - Sicht die abschaffung der combi blöd. Die war in letzter zeit garant für medaillen. Aber nach abschaffung kommt was neues. Und da waren die CHs immer stark wenn eine neue disziplin olympisch wurde. Siehe snowboard oder skicross oder skiakro. Ich bin zuversichtlich. Also city event find ich z.b cool.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Klar sind die City-Events, sowohl auch Parallel-Rennen spannend, aber eben mehr für die Technikerinnen & Techniker. Und es bei diesen Rennen dieselben WC Punkte gibt, profierten dann eben meistens Slalom,- od. RS Spezialisten davon. Bei einer Kombi haben auch Speedfahrer/Innen gute Chancen auf einen Podestplatz.
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  • Kommentar von Mike Sutter (mikesutter)
    was bisher noch nicht zur rede kam: hinsichtlich auf den gesamtweltcup werden speedfahrer benachteiligt. diese saison werden, sofern ich mich nicht verzählt habe, 18 technische und 15 speedbewerbe ausgetragen. z.b. jansrud hat bei city events auch schon gut abgeschnitten. doch der vorteil liegt eindeutig bei den technikern. darüber hinaus bin ich auch der meinung das die kombi nicht abgeschafft werden sollte
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Der König der Leichtathleten ist der Zehnkampfolympiasieger. Die Könige-Innen des Skizirkus sind die Allrounder,man denke an Sailer,Killy oder Zurbriggen.Das darf man nicht der Quote und dem Mammon opfern.
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