Michel Borges: Der Box-Überflieger aus der Favela

Erstmals dürfen bei den Olympischen Spielen im Boxen nicht nur Amateure, sondern auch Profis antreten. Zum Profischreck wurde jedoch ein brasilianischer Amateur. Seine Geschichte ist bemerkenswert.

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Michel Borges: Der Profischreck kommt aus der Favela

5:52 min, vom 12.8.2016

Michel Borges ist kein gewöhnlicher Boxer. Er ist in der Favela Vidigal in Rio de Janeiro aufgewachsen. Die Gefahr, auf die schiefe Bahn zu geraten, war gross. Oder wie Borges sagt: «Ich hatte eine Millionen falsche Wege zur Auswahl und einen richtigen. Das war der Sport.»

Michel Borges. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sichtlich bewegt nach dem Sieg Michel Borges. Getty Images

Zu verdanken hat er seinen Aufstieg Raff Giglio. Der Box-Trainer hat ihn 10 Jahre unterrichtet und den Grundstein für die Karriere gelegt. «Michel kam mit 10 Jahren hierher. Er hat sofort gezeigt, dass das Boxen wirklich sein Ding ist. Und ich habe schnell gemerkt, dass er eine Zukunft als olympischer Athlet hat, dass er weit kommen wird», erzählt Giglio.

Der Sport als Lebensschule

Giglio kommt eigentlich aus einem reichen Viertel. Doch seit mehr als zwanzig Jahren wohnt er in der Favela. Das Ziel seiner Boxschule, die privat von wohlhabenden Schülern finanziert wird: Sport als Schule fürs Leben. Neben Borges ist mit Patrick Lourenço ein weiterer Boxer aus der Favela Vidigal in Rio vertreten.

Borges hat sich aber nicht nur für die Olympischen Spiele qualifiziert, sondern darf von einer Medaille träumen. Am Sonntag trifft er im Viertelfinal auf den Kubaner Julio Cesar Cruz.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Olympische Spiele