Schwimmverband dementiert Begnadigung von Russen

Verwirrung: Ob Wladimir Morosow und Nikita Lobinzew in Rio starten dürfen, ist weiterhin unklar. Insgesamt sind 30 russische Athleten vor den Internationalen Sportgerichtshof TAS gezogen, um ihren Start bei den Olympischen Spielen einzuklagen. Wir liefern einen Überblick.

Wladimir Morosow Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Darf er starten, oder darf er nicht? Wladimir Morosow. Getty Images

Um Wladimir Morosow und Nikita Lobinzew herrscht Verwirrung. Derweil der Anwalt der beiden sowie das russische IOC-Mitglied Alexander Schukow mitteilten, dass Morosow und Lobinzew an den Olympischen Spielen starten dürfen, verneinte der Schimmverband FINA, den beiden eine Starterlaubnis erteilt zu haben.

TAS leitete Fall an IOC weiter

Laut FINA habe der Internationale Sportgerichtshof (TAS) die beiden Fälle an das Dreipersonen-Gremium des Internationalen Olympischen Komitees weitergereicht, das über die definitive Starterlaubnis in Brasilien entscheiden werde.

Gleichzeitig gab die FINA bekannt, dass bei den in Barcelona vorgenommenen Nachkontrollen der eingefrorenen Dopingtests von den Weltmeisterschaften 2015 in Kasan keine Auffälligkeiten gefunden wurden.

Fall bleibt unübersichtlich

Morosow und Lobinzew hatten nach der Sperre am letzten Wochenende verkündet, einen Olympia-Start mit dem Gang an das Internationale Sportgericht TAS erzwingen zu wollen. Die Causa bleibt auch nach den Aussagen des Anwalts der beiden Schwimmer unübersichtlich.

30 russische Athleten vor dem TAS

Mit 3 Schwimmern, je einem Kanuten und einem Ringer, 17 Ruderern und dem russischen Gewichtheber-Verband haben bislang insgesamt 30 russische Athleten das höchste Internationale Sportgericht angerufen, um in Rio noch dabei sein zu können. So lautet der aktuelle Verhandlungsstand:

  • Wladimir Morosow und Nikita Lobinzew
    Die russischen Schwimmer wurden am 31. Juli angehört. Das Verfahren wurde verlängert, um den Parteien Zeit zu geben, weitere Informationen vorzulegen. Der Fall wurde nun vom TAS an das Dreipersonen-Gremium des IOC weitergeleitet. Entschieden ist noch nichts.
  • Julia Jefimowa
    Die russische Schwimmerin wurde am Montag angehört. Die Anhörung wurde bis Dienstagnachmittag verlängert, anschliessend soll über das weitere Prozedere des Verfahrens entschieden werden.
  • Viktor Lebedew
    Der Fall des russischen Ringers wird verhandelt, wenn der Jefimowa-Fall entschieden ist.
  • Russischer Gewichtheber Verband
    Der Fall wird am Mittwoch verhandelt. Eine Entscheidung soll am gleichen Tag fallen.
  • Andrey Kraitor
    Eine Anhörung des Kanuten wurde noch nicht terminiert.
  • Daniel Andrijenko und 16 weitere Ruderer
    Die Anhörung soll am Dienstag stattfinden.

Bach: «Jeder darf seine Unschuld beweisen» (SNTV/englisch)

0:32 min, vom 2.8.2016

Bach will «Anschuldigungen restlos aufklären»

IOC-Präsident Thomas Bach versicherte derweil erneut, dass der russische Dopingskandal lückenlos aufgedeckt wird. Der Deutsche gab dieses Versprechen zu Beginn der IOC-Session in Rio ab.

«Wir haben unverzügliche Massnahmen ergriffen, um die Anschuldigungen restlos aufzuklären, und mehr Massnahmen und Strafen werden, wenn nötig, ergriffen», sagte Bach. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada will zu ihrer Arbeit Stellung nehmen. Die Session, die jährlich zusammen kommt, dauert bis Donnerstag.

Sendebezug: Laufende (Vor-)Berichterstattung zu Olympia in Rio