Feuz sieht sich nicht als Favorit

Beat Feuz ist das heissteste Schweizer Eisen in den Speed-Disziplinen. Vor dem WM-Auftakt profitiert der Emmentaler von guten Erinnerungen an St. Moritz, stapelt aber tief.

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Bildlegende: Entspannt und top motiviert Speed-Hoffnung Beat Feuz. EQ Images

Beat Feuz' Leidensgeschichte ist hinlänglich bekannt: Eine langwierige Knieverletzung hätte ihn 2012 fast die Karriere gekostet. An der WM 2015 in Vail entschädigte er sich mit WM-Bronze in der Abfahrt für so manchen Tiefschlag.

Vor eineinhalb Jahren warf ihn ein Teilabriss der Achillessehne zurück. Mit drei Podestplätzen und den Siegen im Super-G und in der Abfahrt beim Weltcup-Finale im März 2016 in St. Moritz erwies er sich einmal mehr als Meister des Comebacks.

«  Die Siege [in St. Moritz 2016] waren schön und gut, aber das bringt mir dieses Jahr nichts. »

Beat Feuz

Auch die WM-Saison verlief nicht ohne Zwischenfall: Doch Feuz steckte eine Lähmung des Gesichtsnervs in der Vorbereitung sowie den Sturz bei der Hahnenkamm-Abfahrt vor zweieinhalb Wochen weg.

Trainingstage in Österreich

Feuz macht in diesen Tagen einen entspannten Eindruck. Er reiste am Sonntag nach St. Moritz, vorher streute er zusammen mit Mauro Caviezel und Trainer Sepp Brunner einen Riesenslalom- und einen Super-G-Trainingstag in Hinterreit ein.

Im 1. Abfahrtstraining am Dienstag glänzte er mit der Bestzeit, doch überbewerten will er dies nicht: «Das hat relativ wenig Aussagekraft. Ich bin mit der Fahrt zufrieden, aber ich glaube, dass noch alle Luft nach oben haben», sagt er.

Feuz: «Es hat relativ wenig Aussagekraft»

1:35 min, vom 7.2.2017

Wie sehr hilft die Erinnerung an die beiden Siege im März 2016 in St. Moritz? «Im Kopf weiss ich, dass ich letztes Jahr schnell war. Das ist sicher kein Nachteil, sondern eine Hilfe», sagt der Berner Oberländer. Gleichwohl relativiert er: «Die Siege waren schön und gut, aber das bringt mir dieses Jahr nichts.»

Ein Geburtstagsgeschenk an sich selber?

Auch wenn Feuz, der am Tag der WM-Abfahrt am Samstag 30 wird, allenorts als einer der Favoriten in den Speed-Disziplinen gehandelt wird, stapelt er tief. «Dieses Jahr habe ich kein Rennen gewonnen.» Die Favoriten heissen für ihn Kjetil Jansrud oder Dominik Paris. Doch natürlich sagt Feuz auch: «Ich bin top motiviert und absolut bereit.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.2.2017, 12:20 Uhr