Lara Gut balanciert zwischen Erwartungen und Realität

Um Lara Gut dreht sich zum Beginn der Heim-WM in St. Moritz alles. Auch wenn der Sturz in Cortina die Vorbereitung der Tessinerin auf den Kopf stellte, gibt sie sich gelassen und zuversichtlich.

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Gut: «Hatte einen guten Schutzengel»

2:24 min, aus sportpanorama vom 5.2.2017

Lara Gut steht einmal mehr im Zentrum des Interesses. Schon eine Viertelstunde vor ihrer Medienkonferenz ist der Saal im Grand Hotel Kempinski zum Bersten voll; über 100 Medienvertreter aus verschiedensten Ländern wollen hören, was die Schweizer Hoffnungsträgerin vor der Heim-WM sagt.

Ist sie bereit für ihre erste Goldmedaille an Welt-Titelkämpfen? Die Tessinerin lacht: «Ich gehe an den Start und gebe mein Bestes. Dann schauen wir, ob ich in der Lage bin, das zu zeigen, was ich kann», sagt sie selbstbewusst.

«  Ich habe nichts zu verlieren, nichts zu verteidigen. Es gibt nur die Möglichkeit, schnell zu sein, »

Lara Gut

In die Favoritenrolle hat sich die 25-Jährige in den letzten eineinhalb Saisons selbst katapultiert. Guts Leistungen im Weltcup sind eindrücklich:

  • Letzte Saison gewann sie 6 Weltcup-Rennen und stand 7 weitere Male auf dem Podest. Der erste Gesamtweltcup-Sieg war der Lohn.
  • Im WM-Winter kamen für Gut 5 weitere Weltcup-Siege sowie 4 weitere Podestplätze dazu.

Ihre 11 Siege kamen in 4 Disziplinen (Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Kombi) zustande. So gehört die Allrounderin denn auch in allen 4 Rennen, in denen sie an den Start geht, zu den Medaillenkandidatinnen.

Lara Gut im Mikrofon-Dschungel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gefragte Frau Lara Gut im Mikrofon-Dschungel. Keystone

Physio statt Feinschliff

Alles perfekt also vor Guts bereits 5. WM? Nicht ganz. Ein übler Sturz im Super-G von Cortina vor einer Woche brachte die Pläne der Tessinerin durcheinander. Statt Feinschliff und letzten Trainingseinheiten vor der Heim-WM musste sie die Prellungen am Oberschenkel sowie an Arm und Schulter pflegen.

«Ich habe bis am Samstag nur Physiotherapie gemacht, mit verschiedenen Therapeuten versuchten wir, die Schwellung zurückzukriegen», erzählt Gut. Erst am Montag kehrte sie auf den Schnee zurück. Doch das ist für die Schweizer Teamleaderin kein Problem. «Skifahren verlernt man nicht so schnell.»

Gut: «Ich bin da und gebe Gas»

Gut scheint mit der veränderten Situation gut umzugehen. Und es nimmt ein wenig Druck von ihren Schultern. «Ich habe nichts zu verlieren, nichts zu verteidigen. Es gibt nur die Möglichkeit, schnell zu sein», sagt sie. Sie habe gemerkt, dass sie auch im Spital hätte landen können. «Aber ich bin gesund, ich bin da und gebe Gas.»

Guts übler Sturz im Super-G von Cortina

1:02 min, vom 29.1.2017

Der Sturz in Cortina habe vor allem ihre Planung neben der Piste verändert – sie habe weniger Zeit für die Medien und die Fans, da sie viel mehr Zeit als sonst in die Physiotherapie investieren müsse. Lange stehen, sitzen und in der Kälte sein, das sei nicht gut. «Aber eine Minute Skifahren kann ich», verspricht Gut. Und nährt damit die Hoffnungen der Schweizer Fans selber wieder.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 5.2.2017, 18:15 Uhr