Rufener: 2003 Pistenchef, 2017 Weltmeister-Coach

Der ehemalige Schweizer Cheftrainer Martin Rufener hat einen märchenhaften Auftakt in seine zweite WM in St. Moritz erlebt. Auch für Weltmeister Erik Guay war es eine sensationelle Rückkehr.

Die Kanadier haben dem ersten WM-Männerrennen den Stempel aufgedrückt – und mittendrin darf sich mit Martin Rufener der ehemalige Schweizer Cheftrainer freuen. Der 58-jährige Berner ist seit 2013 Alpindirektor beim kanadischen Skiverband und schrieb in St. Moritz eine wunderbare Geschichte.

An der letzten WM 2003 im Oberengadin war der Schweizer Pistenchef der Männer-Rennen gewesen; 14 Jahre später durfte er sich mit «seinen Kanadiern» über Gold von Erik Guay und Bronze von Manuel Osborne-Paradis freuen.

«  Ein Paukenschlag! Es ist grandios. »

Martin Rufener

Dank an den Coach: Hier herzt Weltmeister Guay Rufener

0:21 min, vom 8.2.2017

Wie gut die Stimmung im kanadischen Team dieser Tage ist, zeigt sich, als Rufener im Interview bei SRF gelöst über den Coup spricht. Der frisch gebackene Super-G-Weltmeister Guay kommt dazu und umarmt Rufener lange. «Es ist ein unglaublicher Tag», sagt Guay. Rufener kann ihm nur beipflichten. «Ein Paukenschlag! Es ist grandios.»

Guay neu ältester Alpin-Weltmeister

Guay schrieb gleich mehrere spezielle Geschichten. So löste der 35-Jährige Hannes Reichelt als ältesten alpinen Weltmeister ab. Zugleich vergoldete er seine Rückkehr nach St. Moritz, nachdem er im Super-G 2003 in seinem ersten WM-Rennen überhaupt Sechster geworden war.

«  Die ganzen Geschichten mit den Verletzungen kommen mir wieder in den Sinn, der Sturz letzte Woche. »

Erik Guay

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Zur Person

Martin Rufener (58) war in den 80er und 90er Jahren Trainer in den USA und Kanada. An der WM 2003 in St. Moritz fungierte er als Pistenchef der Männer-Rennen, ehe er zwischen 2004 und 2011 Cheftrainer der Schweizer Männer war. Seit vier Jahren ist er Alpindirektor in Kanada.

Rufener machte mehrere Gründe für den durchschlagenden Erfolg seines Teams aus. Einerseits hätten seine Jungs sehr gut trainiert, andererseits sei «nie der Druck da, dass man sich qualifizieren muss». Seine Fahrer hätten bereits Anfang Saison gewusst, dass sie in St. Moritz dabei seien. Zudem haben sie beim Weltcup-Final im März 2016 wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Comeback nach sechs Knieoperationen

Rufener zog den Hut vor Guay, war dieser doch erst vor eineinhalb Wochen in Garmisch schlimm gestürzt. Beim Seilbahnsprung landete er spektakulär auf dem Rücken, sein Airbag verhinderte Schlimmeres. «Es ist unglaublich», so Guay, der sechs Knieoperationen hinter sich hat.

«Die ganzen Geschichten mit den Verletzungen kommen mir wieder in den Sinn, der Sturz letzte Woche, aber ich wollte das alles vergessen und mich auf dieses Rennen konzentrieren.» Das hat er eindrücklich geschafft.

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Guay bleibt bei Horrorsturz unverletzt

1:10 min, vom 27.1.2017

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 8.2.2017, 11:00 Uhr