WM-Gold, aber kein Weltcup-Sieg

Nicole Schmidhofer hat dem ÖSV-Team einen ebenso perfekten wie überraschenden Auftakt in die WM in St. Moritz beschert. Die 27-Jährige belohnte sich nach einer schwierigen Zeit mit WM-Gold im Super-G.

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Schmidhofer: «Das ist Gänsehaut pur»

1:46 min, vom 7.2.2017

Dass Österreich gleich zum Auftakt einer Ski-WM Gold bejubeln kann, ist nicht überraschend. 2015 in Vail/Beaver Creek schlug Anna Fenninger (heute Veith) ebenfalls im Super-G zu. Dass die Siegerin zwei Jahre später Nicole Schmidhofer heisst, gleicht aber einer mittleren Sensation. Das bestätigt ein Blick in die österreichischen Zeitungen:

  • Krone: WM-Gold! Schmidhofer feiert Sensationssieg
  • Der Standard: Aussenseiterin Nicole Schmidhofer holt überraschend Gold
  • OE24: Das ist ÖSV-Sensation Nicole Schmidhofer
Lara Gut, Tina Weirather und Nicole Schmidhofer Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gleiche Namen, andere Reihenfolge Gut, Weirather und Schmidhofer (v.l.n.r.) 2007 in der Abfahrt an der Junioren-WM. EQ Images

Doppelte Junioren-Weltmeisterin

In jungen Jahren hatte Schmidhofer als grosses Talent gegolten und an der Junioren-WM 2007 in Flachau Gold im Riesenslalom und im Super-G gewonnen, daneben hatte sie zweimal Abfahrts-Bronze an der Junioren-WM geholt. In der Abfahrt 2007 war das Podest identisch wie 2017 in St. Moritz: Damals hatte Tina Weirather vor Lara Gut und Schmidhofer gesiegt.

Im Weltcup liess der endgültige Durchbruch aber auf sich warten. Schmidhofer hat auf höchster Stufe noch keinen Sieg feiern können – ein 2. und ein 3. Rang (beide in Cortina) in Super-G und Abfahrt (2013 resp. 2014) sind ihre Bestergebnisse. «Es scheint, als hätte ich mir den Sieg gut aufgespart. Ich habe alles perfekt gemacht», frohlockte die 27-Jährige im Ziel.

«  Ich bin sonst nicht um einen Spruch verlegen, aber heute fällt's mir schwer. »

Nicole Schmidhofer

Nicole Schmidhofer Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schrei der Erleichterung Nicole Schmidhofer schlug in St. Moritz zu. Keystone

Ihr Sieg zum WM-Auftakt kommt auch deshalb so überraschend, da sich Schmidhofer im Januar 2016 einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Die Steirerin kehrte erst vor zwei Monaten in den Weltcup zurück – und tat dies mit 5 Top-Ten-Rängen ansprechend.

Dass sie ihre Comeback-Saison in St. Moritz vergolden würde, hätte sie wohl selbst nicht zu träumen gewagt. Nach ihrer Zieldurchfahrt sank Schmidhofer überwältigt zu Boden. «Ich bin sonst nicht um einen Spruch verlegen, aber heute fällt's mir schwer», sagte sie. «Das ist Gänsehaut pur.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 7.2.2017, 11:00 Uhr