Gut: «Es hätte auch mehr sein können…»

Bronze in der Abfahrt von Vail/Beaver Creek ist bereits das fünfte Edelmetall bei einem Grossanlass für Lara Gut. Die ambitionierte Tessinerin haderte dennoch mit der verpassten Goldmedaille.

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Gut: «Glücklich mit der Medaille, aber...»

1:34 min, aus vail - beaver creek 2015 vom 6.2.2015

Lara Gut ist und bleibt die Schweizer Medaillen-Garantin bei Weltmeisterschaften. Seit 2003 geht sämtliches Edelmetall der Swiss-Ski-Frauen auf das Konto der Tessinerin. 2009 gewann sie in Val d’Isère Silber in Abfahrt und Super-Kombination, 2013 in Schladming Silber im Super-G. Dazu kommt Abfahrts-Bronze bei den Olympischen Spielen von Sotschi.

Und nun stieg sie in Vail/Beaver Creek in der Königsdisziplin des alpinen Skisports erneut als Dritte auf das Treppchen. «Es ist cool, eine Medaille zu gewinnen», versuchte Gut kurz nach Rennschluss ihre Gefühle einzuordnen. Es folgte ein grosses «Aber».

Perfekte Bedingungen auf der «Raptor»-Piste

Denn für die ambitionierte Tessinerin war der Weltmeistertitel das Ziel gewesen. Sie galt als Mitfavoritin auf Gold, insbesondere nachdem sie die WM-Hauptprobe auf der «Raptor»-Piste für sich entschieden hatte. «Es hätte auch mehr als Bronze sein können», fasste Gut ihre Enttäuschung in Worte, «das nervt.»

Anders als beim Super-G vom Dienstag, als Neuschnee für eine weiche Unterlage gesorgt hatte, waren die Bedingungen in der Abfahrt auf die Schweizerin zugeschnitten. «Es war cool zu fahren. Die Piste hat trotz der hohen Temperaturen hervorragend gehalten», meinte Gut.

Wo verlor Gut die entscheidende Zeit?

4:27 min, aus vail - beaver creek 2015 vom 6.2.2015

«Dummer Fehler» und unterschiedliche Linienwahl

Nur 34 Hundertstelsekunden fehlten der Tessinerin zum Triumph. Sie ortete einen «dummen Fehler» im obersten Streckenteil. «Da habe ich entscheidend Zeit gegenüber Maze verloren.» SRF-Experte Michael Bont erkannte zudem bei der Analyse der Fahrstile von Gut und der zweitplatzierten Anna Fenninger eine zwar kleine, aber in ihrer Auswirkung nicht minder grosse Differenz.

«Einen klaren Fahrfehler spürt eine Athletin rasch, einen feinen Unterschied in der Linienwahl vielleicht weniger» erklärte er. Während Gut meist eine direkte Linie wählte und damit in den technischen Teilstücken schnell unterwegs war, fuhr Fenninger grössere Radien und konnte so mehr Tempo auf die Gleitpassagen mitnehmen.

Der unbedingte Wille zum Erfolg

Ein einziger Fahrfehler und eine leicht unterschiedliche Linienwahl entschieden auf der anspruchsvollen Piste also über die Farbe des Edelmetalls. Das spricht für die Qualität des Rennens. Und vielleicht ist in der Reaktion von Gut auf die Platzierung ja auch ein Teil der Erklärung dafür zu finden, warum genau sie diejenige Fahrerin ist, welche der Schweiz regelmässig Medaillen bei Weltmeischerschaften beschert.

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Die Bronze-Fahrt von Gut

1:59 min, vom 6.2.2015

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.2.015, 18:30 Uhr.