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Vail 2015 Hirscher ist Kombi-Weltmeister - Schweizer verpassen Medaille

Der Österreicher Marcel Hirscher hat die Super-Kombination an der WM in Vail/Beaver Creek gewonnen. Der Österreicher verbesserte sich im Slalom von Position 30 auf Rang 1. Die Schweizer gingen leer aus.

Die Dramaturgie stimmte beim Slalom in der WM-Super-Kombination perfekt. Weil Ondrej Bank nach einem Sturz in der Abfahrt disqualifiziert wurde, rückte Marcel Hirscher auf Rang 30 nach und durfte den Kombi-Slalom eröffnen.

Legende: Video «Hirscher: «Das ist Wahnsinn»» abspielen. Laufzeit 1:30 Minuten.
Vom 08.02.2015.

Der Österreicher nutzte die Ausgangslage. Mit einem angriffigen Lauf legte der Weltcup-Leader im Slalom eine Zeit vor, an der sich sämtliche Konkurrenten die Zähne ausbeissen sollten. Schliesslich stand mit Kjetil Jansrud nur noch der Führende nach der Abfahrt am Start.

Jansrud kam Hirscher am nächsten

Der Norweger zeigte einen beherzten Slalom, verlor in sämtlichen Abschnitten aber kontinuierlich Zeit auf Hirscher. Im Ziel fehlten Janrud 0,19 Sekunden zur Goldmedaille. Silber dürfte für den Speed-Spezialisten indes ein schöner Trost für die bisher enttäuschend verlaufene WM sein.

«In dieser Disziplin habe ich eigentlich wenig Hoffnung gehabt», lachte Jansrud im Ziel. «Aber manchmal fahre ich gar nicht so schlecht Slalom.» Er habe seine kleine Möglichkeit genutzt, doch noch mit einer Medaille aus Vail/Beaver Creek abzureisen.

«So lange musste ich noch nie warten»

Für Hirscher dagegen hat die WM mit der Kombi erst begonnen. Auch in Riesenslalom und Slalom zählt der Österreicher zu den ersten Anwärtern auf Gold. Nach dem Kombi-Sieg jubelte Hirscher: «So lange musste ich in der Leaderbox noch nie warten. Meine Nerven sind am Ende. Wahnsinn.»

Bronze ging an den US-Amerikaner Ted Ligety. Dem Riesenslalom-Spezialisten wurde nach einer verhaltenen Abfahrt im Slalom ein zeitraubender Fehler zum Verhängnis. Ohne dieses Malheur hätte Ligety die Zeit von Hirscher wohl geschlagen. «Immerhin weiss ich nun, dass ich im Slalom mit Hirscher mithalten kann», zog Ligety ein verhalten positives Fazit.

Legende: Video «Janka: «Rennen in Abfahrt verloren»» abspielen. Laufzeit 0:32 Minuten.
Vom 09.02.2015.

Schweizer vergeben Medaille

Aus Schweizer Sicht ruhten die Hoffnungen nach der Abfahrt auf Carlo Janka und Beat Feuz. Janka, Kombi-Sieger in Wengen, verlor eine Sekunde auf Jansrud und belegte Rang 6, galt aber als bester Slalom-Fahrer in den Top 10 der Abfahrt. Feuz bestätigte seine gute Form mit Rang 2 zur Halbzeit.

Im Slalom verloren die beiden Speed-Spezialisten auf der stark gezeichneten Piste aber zu viel Zeit. «Ich verlor das Rennen in der Abfahrt. Im Slalom war nicht mehr möglich», analysierte Janka. Bereits bei Rennhälfte rechnete der Bündner damit, dass die Sekunde Zeitverlust aus dem Speed-Teil zum Schluss den Sprung aufs Podest verhindern würde.

Für Janka schaute am Ende der 6. Rang heraus, Feuz wurde 14. und schob sich damit genau zwischen die beiden weiteren Schweizer Mauro Caviezel (13.) und Silvan Zurbriggen (15.).

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 08.02.15, 22:00 Uhr

31 Kommentare

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  • Kommentar von hug, wilen
    für mich war das rennen ein schlechter scherz. weiter so einfach lächerlich
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  • Kommentar von Martin Schläppi, Lenk
    Es war eine hoch interessante Super-Kombination, man beachte die geringen Zeitabstände von nur 0.9 sek. von Silvan Zurbriggen (15er) auf Ted Ligety, also alle Schweizer hätten durchaus ihre Chancen gehabt. Erfreulich war auch, dass eben unter den ersten 15 viele Speedfahrer mit Freude (und Chancen) mitgemischt haben, z.B. Jansrud, Baumann, Romar, Kilde, Paris, Mayer). Es waren dieses Mal gar nicht so eindeutig die Slalomcracks. Hirscher hätte ev. auch mit der 31 gewonnen, er ist halt schnell!!
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    1. Antwort von W. E, Kt. Zürich
      Wäre eben umso interessanter gewesen, wo Hirscher sich mit der Startnummer 31 am Ende klassiert hätte. Das werden wir jetzt nie wissen, was eigentlich schade ist. Hätte er dann trotzdem den Titel geholt, wäre er verdienter WM geworden. So ist ihm der Titel zugeflogen, was immer ein "leichtbitter" Aroma haben wird.
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  • Kommentar von Heiri, Winterthur
    Ich war noch nie ein Fan der Kombination, aber gestern hab ich mich zum ersten Mal ein wenig darüber aufgeregt: Ein Sieg, welcher nur aufgrund eines Sturzes eines anderen Fahrers zustande kam (Startnummer 1 oder 31 im Slalom sind Welten) hat einmal mehr aufgezeigt, dass das Format einfach zu stark auf die Techniker zugeschnitten ist. Nicht das Hirscher was dafür kann, er hat den Sieg mit einer guten Abfahrt und einem starken Slalom absolut verdient.
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    1. Antwort von A. Moss, Lausanne
      Diesem Kommentar von Heiri ("zu stark auf Techniker zugeschnitten") kann ich nicht zustimmen: Die Abfahrt war die normale, schwere, gefährliche Abfahrt. Der Slalom war vielmehr auf die Abfahrer zugescnitten und total in der Fall-Linie gesetzt. In der Pause war im SRF in der Tagesschau vermeldet: "Hirscher als Favorit total abgestürzt". Aber in Wahrheit war da schon klar, dass er mit nur 3 Sekunden Rückstand alles in der Hand hat. Etwas mehr Objektivität und weniger blinder Patriotismus, bitte!
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