Kilian Albrecht: «Die Heim-WM beflügelt Shiffrin»

Vor 5 Jahren ist der ehemalige österreichische Skifahrer Kilian Albrecht im Training erstmals Mikaela Shiffrin begegnet. Heute ist er ihr Manager. Die WM ist für ihn stressig, denn auch andere Athleten und ein Team zählen auf seine Dienste.

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«Shiffrin macht das hervorragend»: Interview mit Kilian Albrecht

2:19 min, vom 10.2.2015

Er sagte während seiner Zeit als Weltcup-Fahrer stets, was er dachte. Ohne Umschweife. Ungerechtigkeiten verstand er als Aufforderung, dagegen anzukämpfen. Kilian Albrecht machte sich damit nicht nur Freunde, auch im österreichischen Verband nicht.

In Bulgarien gelandet

Albrecht fuhr in seiner Karriere 2 Slalom-Podestplätze heraus. Doch nach der Saison 2004/05 verlor er - nicht zum 1. Mal - seinen Platz im Kader des ÖSV. Er fühlte sich unfair behandelt, es kam zum Bruch mit dem Verband. Ab der Saison 2006/07 startete er für Bulgarien. Der Versuch, die Vereinigten Arabischen Emirate zu vertreten, war zuvor gescheitert.

Kilian Albrecht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: WM 2007 In Are gelang dem Bulgaren Albrecht im Slalom Schlussrang 13. EQ Images

Im Rückblich sei dieser Schritt eine «interessante Erfahrung» gewesen - obwohl das Budget minimal gewesen sei und er gewissermassen als Amateur unterwegs war. Er habe sich wieder unabhängiger gefühlt, glücklicher.

«Mir fielen fast die Augen raus»

Heute profitiert Albrecht von solchen Erfahrungen bei seiner Arbeit als Sportmanager. Er betreut im «Hauptamt» Mikaela Shiffrin, den US-Star, etwas weniger zeitintensiv Resi Stiegler (USA) und Veronika Velez-Zuzulova (Slk). Auch für den Russen Alexander Choroschilow vermittelte er schon Sponsoren.

Shiffrin hat Albrecht über gemeinsame Freunde kennengelernt. «2010 sah ich sie trainineren. Sie war erst 14 Jahre alt, fuhr aber wie eine 18-Jährige. Mir fielen fast die Augen raus», erinnert sich Albrecht. Von da an stand der Kontakt, die Zusammenarbeit begann. Und lohnte sich. Shiffrin ist mit 19 Jahren Weltmeisterin und Olympiasiegerin.

Mikaela Shiffrin. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Supertalent Mikaela Shiffrin ist das Gesicht der WM in Vail/Beaver Creek. Keystone

Albrechts Bewunderung für Shiffrin ist gross. «Sie macht alles sehr seriös, ist intelligent und erledigt ihre öffentlichen Auftritte mit Charme und Eloquenz.» Nach dem Olympiasieg klopften die Sponsoren an. Doch nichts soll überstürzt werden: «Sie könnte viel mehr machen als derzeit. Aber wir gehen da bewusst langsam vor.»

Der Nebenjob bei Mexiko

Nun steht für Shiffrin die Heim-WM vor der Tür. Spezieller Druck? «Titelkämpfe in ihrer Heimat beflügeln sie», meint Albrecht. Und mit Druck könne sie sehr gut umgehen, da mache er sich keine Sorgen.

Schon mehr Gedanken wird sich Albrecht um das Team Mexiko an der WM machen müssen. Er amtet für die Ski-Exoten als Teamverantwortlicher. «Ich helfe mit, wo ich kann. Es ist eine tolle, eine lustige Sache.»

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 10.02.2015, 21:50 Uhr.