«King Küng»: Patrick Küng holt Abfahrts-Gold - Feuz mit Bronze

Patrick Küng ist der neue «König» des alpinen Skisports. Der Glarner gewann nach einer fast fehlerlosen Fahrt die WM-Abfahrt in Beaver Creek. Beat Feuz machte mit Bronze hinter Travis Ganong den Schweizer Traum-Tag perfekt.

Küng bot auf der «Birds of Prey» eine starke Leistung. Der 31-Jährige lag bei allen Zwischenzeiten in der Spitzengruppe. Bei Rennhälfte übernahm er erstmals die Führung und fuhr bis ins Ziel einen Vorsprung von 0,24 Sekunden auf Silbermedaillen-Gewinner Travis Ganong (USA) heraus.

Beinahe ein Doppelsieg

Weitere 7 Hundertstel zurück sicherte sich Beat Feuz Bronze. Während einiger Minuten hatte es gar nach einem Schweizer Doppelsieg ausgesehen, ehe Ganong die Heimzuschauer mit seiner Silberfahrt erfreute.

18 Jahre nach Kernen

Küng ist der erste Schweizer Abfahrts-Weltmeister seit Bruno Kernen 1997. Seine zuvor grössten Erfolge waren die beiden Weltcupsiege in der vergangenen Saison beim Super-G in Beaver Creek und in der Lauberhorn-Abfahrt.

Die Männer-Abfahrt in der Analyse

3:53 min, vom 7.2.2015

«Nicht fehlerfreie Fahrt»

«Ich hatte einen schnellen Ski», sagte Küng. «Es war eine saubere, wenn auch nicht ganz fehlerfreie Fahrt.» Sein Erfolg kommt etwas überraschend, weil sich der Glarner seinen Startplatz in der internen Ausscheidung erst noch erkämpfen musste. Im Abschlusstraining hatte er nur Rang 13 belegt.

Das lange Warten auf Weibrecht

Nach seiner Zieleinfahrt begann das grosse Warten - nicht nur auf die verbleibenden Topfavoriten, sondern auch auf Andrew Weibrecht. Der Trainings-Vierte nahm das Rennen erst mit Startnummer 35 in Angriff. Prompt kam er Küng lange Zeit bedrohlich nahe, unten büsste er aber Zeit ein und wurde 9.

Feuz imitiert Cuche-Skitrick

0:16 min, vom 7.2.2015

Alle Schweizer im besten Dutzend

Dank Beat Feuz erklommen gleich zwei Schweizer das Podest. Der Emmentaler rettete gegenüber Steven Nyman (USA) drei Hundertstel ins Ziel. Eine noch bessere Klassierung vergab er mit einem Fehler nach rund 40 Fahrsekunden. Mit Carlo Janka (9.) und Didier Défago (11.) fuhren auch die beiden anderen Schweizer in die Top 11.

Schlappe für Österreich

Dagegen gab es für das erfolgsverwöhnte ÖSV-Team eine herbe Niederlage. Bester Österreicher wurde Matthias Mayer als 12., hinter sämtlichen Schweizern klassiert. Auch die mitfavorisierten Norweger blieben ohne Medaille. Aksel Svindal wurde immerhin 6., Saisondominator Kjetil Jansrud musste sich mit Rang 15 bescheiden.

Schweizer Abfahrts-Weltmeister

2015
Vail/Beaver Creek
Patrick Küng
1997SestriereBruno Kernen
1993MoriokaUrs Lehmann
1991SaalbachFranz Heinzer
1987Crans-MontanaPeter Müller
1985BormioPirmin Zurbriggen
1972Sapporo *
Bernhard Russi
1970Val Gardena
Bernhard Russi
1936InnsbruckRudolf Rominger
1934St. Moritz
David Zogg
1933InnsbruckWalter Prager
1931MürrenWalter Prager

* im Rahmen von Olympia

Sendebezug: sportlive, SRF zwei, 7.2.15, 18:30 Uhr