Reichelt gewinnt Super-G, Cook holt sensationell Silber

Der Österreicher Hannes Reichelt hat den hochklassigen WM-Super-G in Beaver Creek gewonnen. Silber ging sensationell an den Kanadier Dustin Cook. Bester Schweizer war Didier Défago auf Rang 7.

Die «Birds of Prey» wurde ihrem Ruf als eine der schwierigsten Strecken im alpinen Skizirkus im WM-Super-G der Männer vollauf gerecht. Kein Fahrer kam ohne Fehler ins Ziel.

So auch nicht Hannes Reichelt: Dem mit der Nummer 20 als einer der letzten gestarteten Top-Fahrer veschlug es im viertletzten Tor den Innenski. Der 34-jährige Routinier hielt den zeitlichen Schaden aber in engen Grenzen und sah im Ziel die Anzeige grün aufleuchten.

Reichelt: «War am Start sehr nervös - ein gutes Zeichen!»

1:25 min, vom 5.2.2015

Reichelts erstes WM-Gold

Ernsthaft angegriffen wurde Reichelts Zeit nur noch vom Fahrer mit der Startnummer 28: Der Kanadier Dustin Cook, im Weltcup noch nie in den Top 10, zeigte die Fahrt seines Lebens. Er verlor nur 0,11 Sekunden auf den Österreicher und holte sich sensationell die Silbermedaille. Bronze ging an den Franzosen Adrien Theaux.

Top-Favorit Kjetil Jansrud musste sich mit Rang 4 begnügen. Zudem schlug er mit der Schulter heftig gegen ein Tor. Er verliess den Zielraum mit Schmerzen.

Für Reichelt schliesst sich in Beaver Creek ein Kreis: Hier hatte er vor gut neun Jahren, ebenfalls im Super-G, seinen ersten Weltcupsieg gefeiert, zwei weitere sollten folgen. Mit dem erstmaligen Gewinn von WM-Gold demonstrierte der Österreicher definitiv, dass ihm die schwierige Piste hervorragend liegt.

Miller stürzt beim Comeback

2:49 min, vom 5.2.2015

Défago der schnellste Schweizer

Die Schweizer, welche nicht zu den ersten Podest-Anwärtern zählten, zeigten ansprechende Leistungen, konnten jedoch nicht ganz in den Kampf um die Spitzenpositionen eingreifen. Didier Défago belegte 0,15 Sekunden hinter dem Podium den siebten Platz. Carlo Janka wurde 11., Patrick Küng 15., Mauro Caviezel 16.

Miller stürzt, Svindal mit Top-Resultat

Für Aufsehen auf unterschiedliche Weise sorgten die beiden Rückkehrer Bode Miller und Aksel Svindal. Miller fuhr in seinem gewohnt kompromisslos-angriffigen Stil, hängte aber im unteren Streckenteil mit dem Arm an einem Tor an. Der Amerikaner drehte sich auf der Piste und stürzte spektakulär. Miller fuhr zwar anschliessend selbständig ins Ziel, an seinem rechten Bein klaffte aber eine tiefe Schnittwunde.

Svindal verpasste eine Medaille nur knapp. Der Norweger, der sich vor Saisonbeginn die Achillessehne gerissen hatte, belegte 0,13 Sekunden hinter dem Podest den sechsten Rang.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 5.2.2015, 18:30 Uhr.