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Vail 2015 Schweizer Frauen: Spiegelbild der Saison

Vor der WM war klar: Wer in 20 Saisonrennen 3 Podestplätze holt, 2 davon durch Lara Gut, der sollte nicht mit zu hohen Erwartungen in die Titelkämpfe steigen. Und die 2 Wochen in Beaver Creek lieferten dann auch ein Abbild der Saison.

Legende: Video «Die WM-Bilanz der Schweizer Frauen» abspielen. Laufzeit 3:18 Minuten.
Vom 15.02.2015.

Es war einmal mehr Lara Gut, die für Swiss-Ski als einzige Frau eine Medaille holte. Seit 2003 (Corinne Rey-Bellet und Marlies Oester) gelang es keiner anderen Swiss-Ski-Athletin mehr, einen WM-Podestplatz zu erreichen. Und wenn dann Olympiasiegerin Dominique Gisin verletzungshalber nur den Riesenslalom bestreiten kann, sind die Erfolgsaussichten im Schweizer Team nicht sehr gross.

Lara Gut mit Minimalziel

Legende: Video «Guts beschränkte Freude über Bronze» abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Vom 06.02.2015.

In den Speed-Disziplinen hoffte die Schweiz auf Gut - und die 23-Jährige lieferte eine Bronze-Medaille in der Abfahrt. Aber: Sie hatte zu den Gold-Anwärterinnen gezählt, vor allem im Super-G, aber auch in der Abfahrt. Doch einerseits stahlen Tina Maze und Anna Fenninger der Schweizerin die Show, andererseits stand sie sich selber im Weg. Im Super-G kam sie nicht ins Fahren und schlug sich am Ende selber.

Sie, die Ehrgeizige, wollte mehr als Bronze. Aber es blieb auch nach der Super-Kombi (5.) und dem Riesenslalom (Out) bei der gleichen Ausbeute. Und sie wusste: Es wäre mehr dringelegen. Zu beachten gibt es aber auch, dass Gut in dieser Weltcup-Saison nicht so stark fuhr wie vor 2 Jahren, als sie in Beaver Creek beide WM-Testrennen gewann. So gesehen war es auch hier ein Spiegelbild der Saison.

Fabienne Suter: Es will nicht klappen

Legende: Video «Suter vom Winde verweht» abspielen. Laufzeit 1:15 Minuten.
Vom 15.02.2015.

Einmal mehr gehörte auch Fabienne Suter im Speed zu den möglichen Medaillen-Kandidatinnen. Suter hätte die Fähigkeiten, um im Super-G auf der steilen und technisch anspruchsvollen Raptor-Piste unter die Top 3 zu fahren. Die Windböen machten Suter einen Strich durch die Rechnung. Sie hatte keine Chance. Das war Pech. Der 9. Rang in der Abfahrt konnte sie nicht darüber hinwegtrösten. Titelkämpfe und Suter - es will einfach nicht passen.

Einen Expoit gab es dennoch im Schweizer Speedteam der Frauen. Nadja Jinglin-Kamber überraschte nach ihrer Verletzung mit Abfahrtsrang 7. Ein Coup in Anbetracht ihrer Vorbereitung. Für sie persönlich ein grosser Erfolg, aber in Erinnerung bleiben eben nur Medaillen.

Dominique Gisin mutig

Eine wie Dominique Gisin fehlte dem Team bei WM-Beginn in den Speed-Disziplinen. Hier ist das Eis im Frauenteam sehr dünn, darum wiegt jeder Ausfall schwer.

Legende: Video «Gisin: Das Knie hielt stand» abspielen. Laufzeit 0:43 Minuten.
Vom 12.02.2015.

Die Engelbergerin gab im Riesenslalom ihr Comeback, nach 3-wöchiger Verletzungspause, trotz Fraktur. Sie startete, weil sie in den Trainings einen guten, einen schnellen Eindruck hinterliess. Und sie startete, weil sie eine Kämpfernatur ist. Nur wer startet und sich dem Wettkampf stellt, hat die Chance, etwas zu gewinnen. Wer zu Hause bleibt, kann sicher nichts gewinnen.

Am Wettkampftag verkrampfte sich Gisin, konnte die Verletzung nicht ausblenden und klassierte sich auf Rang 19. Sie hat es versucht, und das ist ihr hoch anzurechnen. Wer weiss, vielleicht war das ihr letzter Start an Weltmeisterschaften.

Wendy Holdener glücklos

Legende: Video «Holdeners Out im Slalom» abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Vom 14.02.2015.

In den technischen Disziplinen gab es aus Schweizer Sicht nur eine Kandidatin mit Medaillenpotential: Wendy Holdener. Doch die 21-Jährige schied in ihrem 3. WM-Slalom zum 2. Mal aus.

Immerhin: Im Slalom wächst etwas heran mit Holdener, Michelle Gisin und Charlotte Chable. Die 20-jährige Debütantin war für den zweiten Exploit verantwortlich. Ihre siebtbeste Zeit im 2. Lauf und ihr 15. Rang in der Endabrechnung sind ein Ausrufezeichen. Das sollte den Jungen Mut geben und dem ganzen Team Hoffnung.

Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 14.02.2015, 21:45 Uhr.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Holdener, Unteriberg
    Glück und Pech gehört zu einer WM - das wissen wir. Bei den Schweizer Frauen ist nicht nur Fabienne Suter vom Pech verfolgt worden, sondern auch Wendy Holdener beim 2. Lauf des Slaloms. Nach einem guten 1. Lauf hat Wendy im 2. Lauf nur ein Ziel - eine Medaille. Ob sie diese erreicht hätte steht in den Sternen. Weil sich ihre Slalom Schoner am Schienbein ineinander verkeilt haben, waren ihre Beine einen Sekundenbruchteil blockiert und ein normaler Schwung nicht mehr möglich - aus der Traum!
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunnq, Winterthur
    Alleine der Auftritt von Charlotte Chable lässt für mich den Auftritt des Schweizerinnenteams in vernünftigem Licht leuchten. Mehr zu erwarten, auch von Lara Gut nicht, die Besten sind mehr als einen Schritt weiter. Ein Lob an Dominique Gisin, die viel riskierte und einiges gewann, nicht an Rang aber an Präsenz!
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  • Kommentar von Roland Burkhardt, Hadsund
    Niemand hat eine Medaille gestohlen. Gesiegt haben, mit vielleicht einer Ausnahme, alles Fahrer und Fahrerinnen, welche auch in der laufenden Saison gute Resultate erzielt haben. Die SchweizerInnen haben gute Leistungen gezeigt. Eben, gemäss der gegenwärtigen Form. Es ist nur störend, dass die Kommentatoren mit ihren euphorischen Reportagen, jeweils eine unrealistische Erwartungshaltung erzeugen. Dadurch werden die durchwegs guten Leistungen nachträglich zunichte gemacht.
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    1. Antwort von HP. Dietrich, Gümligen
      Da gebe ich ihnen voll Recht. Das war schier unerträglich wie all die Kommentatoren und "Fachkräfte", gerade von SRF, Erwartungen aufbauten die weg von der Realität lagen.
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