Svindal und Miller - auf den Punkt zurück

Mit Aksel Svindal und Bode Miller geben zwei Lichtgestalten des Skirennsports im auf Donnerstag verschobenen WM-Super-G vielbeachtete Comebacks. Auch ohne Referenzwerte aus der bisherigen Saison ist ihnen der Respekt der Konkurrenz gewiss.

Nach einem Achillessehnenriss vor erst dreieinhalb Monaten ist der Heilungsprozess bei Aksel Svindal gerade rechtzeitig genug fortgeschritten, dass er am Dienstag in Beaver Creek zum Abfahrtstraining antreten konnte. Im Ziel befand er: «Ich werde starten, denn ich habe ja nichts zu verlieren.»

Die ungewohnte Situation sorgte beim kühlen Norweger immerhin für erhöhte Nervosität. Schliesslich durfte er aber konstatieren: «Der Fuss hielt der Belastung stand, die Schmerzen waren nicht schlimm.» Aber natürlich hat auch ein 5-maliger Weltmeister daran zu nagen, «dass ich im Gegensatz zur Konkurrenz 3 Monate weg war».

«Halbwegs vorne dabeisein»

Ein vermeintlich grosser Rückstand, den Silvan Zurbriggen so nicht bestätigen wollte. «Wow», entfuhr es dem Walliser nach Svindals Kostprobe, «ich bin überrascht, wie toll er schon wieder fährt.»

Der 32-jährige Svindal selbst beschreibt seine ersten Eindrücke als «ganz ok.». Für den Super-G nimmt er sich eine optimale Leistung vor und hofft dann, in der Abfahrt als Titelverteidiger «halbwegs vorne dabeizusein». Seine Bilanz aus bislang 6 WM-Teilnahmen setzt die Messlatte hoch: Denn bei 25 Starts hat sich Svindal 17-Mal in den Top 10 etabliert.

Zwei WM-Sternstunden

Unmittelbar hinter Svindal reihte sich im Abfahrtstraining Bode Miller als 12. ein. Er verpasste die letzte WM in Schladming wegen einer Arthroskopie und musste sich im November einem komplizierten Eingriff am Rücken unterziehen. Die Aussicht auf Heim-Titelkämpfe hat den 37-Jährigen nochmals angetrieben.

Zudem bestritt er in Vail 1999 seine erste WM, als Achter zeigte er eine verblüffende Slalom-Leistung. Seine grossen WM-Sternstunden erlebte er 2003 in St. Moritz und zwei Jahre später in Bormio mit jeweils zwei Titeln.

10 Jahre später orientiert sich Miller erneut am Podest. Bei 60 Prozent stufte er in Wengen sein Leistungsvermögen nach einer Probefahrt ein. Aktuell gibt er keine solche Prognose mehr ab. Doch er sagt: «Ich bin vertraut mit der Piste und fühle mich von Tag zu Tag besser.»

Sendebezug: SRF zwei, «Vail live» – Magazin, 03.02.15 22:35 Uhr

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Das erste Abfahrts-Training der Männer

7:10 min, aus vail - beaver creek 2015 vom 3.2.2015