Lara Gut und die Leichtigkeit des Siegens

Mit ihrem Triumph im Super-G von Beaver Creek hat Lara Gut beeindruckt. Die Tessinerin wählte auf der «Raptor»-Piste eine Linie, die nur mit grossem Selbstvertrauen zu fahren ist. «Ich fahre in den Rennen, als wäre es im Training», erklärte Gut ihr Erfolgsrezept.

Sieg in der Abfahrt, Sieg im Super-G - Lara Gut fühlt sich in Beaver Creek offensichtlich pudelwohl. Die Tessinerin hat nach ihrem zweiten Sieg innert 24 Stunden in dieser Saison schon genau so viele Rennen gewonnen wie zuvor in ihrer ganzen Karriere. «Bisher konnte ich pro Saison jeweils nur einen Sieg feiern, jetzt sind es schon deren drei», freute sie sich.

Bei Gut passt derzeit alles

«Ich fahre in den Rennen, als wäre es im Training», erklärte Gut im Zielraum des Ski-Resorts von Colorado ihr Erfolgsrezept. «Die 'Raptor' ist eine Piste, auf der man kämpfen muss. Da ist es nicht so schlimm, wenn man Fehler macht», beschrieb sie ihren Traumlauf auf der WM-Piste von 2015. Bei Gut passt momentan einfach alles zusammen: Siege bringen Selbstvertrauen und dieses wiederum sorgt für die notwendige Lockerheit.

Lara Gut. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Strahlende Siegerin Lara Gut bei der Siegerehrung in Beaver Creek. Keystone

Selbst Fehler, wie sie ihr im oberen Streckenteil des Super-G gleich zweimal unterlaufen sind, vermögen sie derzeit nicht aus der Bahn zu werfen. «Ich habe zu viel Druck auf die Ski gegeben», analysierte Gut selbstkritisch. Doch sie konnte ihren Fahrstil umgehend anpassen: «Ich hatte ja noch die Hälfte der Strecke vor mir, um sauber runterzufahren.»

«...dann bist du wieder der Depp»

Seit April arbeite sie hart daran, dass sie so unbeschwert fahren könne wie an diesem Wochenende, erklärte Gut. Sie wisse aber auch um die Tatsache, dass es im Sport sehr schnell gehen könne: «Nach zwei Siegen bist du der Held der Nation. Dann fällst du einmal aus und bist wieder der Depp.» Deswegen sei es wichtig, dass sie konzentriert weitermache, erklärte die 22-Jährige. «Am Sonntag geht es wieder von Neuem los.»

Auf den Spuren von Janka

Am Sonntag hat sie im Riesenslalom die Chance, eine historische Marke aufzustellen. Gewinnt sie ein drittes Mal, dann steigt sie in einen illustren Kreis auf. Drei Siege an drei aufeinanderfolgenden Tagen in drei verschiedenen Disziplinen sind im Weltcup bislang erst dem Bündner Carlo Janka (2009) und dem Franzosen Jean-Claude Killy (1967) gelungen - und noch keiner Frau.