Elia Zurbriggen - Der Name verpflichtet

Vor gut 23 Jahren kehrte mit Pirmin Zurbriggen einer der erfolgreichsten Schweizer Skifahrer dem Weltcup den Rücken. Am Samstag wird nun mit Sohn Elia bei dessen Weltcup-Debüt die Familien-Chronik auf Weltcup-Ebene fortgesetzt. Wie erfolgreich, muss sich weisen.

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Ski alpin: Elia Zurbriggen vor dem Rennen in Adelboden

0:22 min, vom 11.1.2013

Nachkommen erfolgreicher Eltern haben es doppelt schwer. Der Name lastet zuweilen bleischwer auf den Schultern und kann die Entwicklung der Sprösslinge hemmen. Umso mehr, wenn sich der Stammhalter anschickt, eine Karriere im selben Bereich wie seine Eltern zu starten.

Die Frage nach dem Druck

So musste Elia Zurbriggen in den Tagen vor seinem Weltcup-Debüt beim Riesenslalom am Chuenisbärgli unzählige Male die Frage nach dem Druck, den sein berühmter Name mit sich bringt, beantworten. «Mein Vater hat mir den berühmten Namen vererbt. Ich bin aber eine andere Person, ich muss meinen eigenen Weg gehen», verkündet der 22-Jährige selbstbewusst.

Ein Traum wird wahr

Noch vor kurzem hatte Zurbriggen nur vom «Chuenisbärgli» geträumt. Der «Spätzünder» war als Teenager einst als zu schmächtig für eine Skikarriere taxiert worden.

Mit 19 erlebte der mittlerweile fast 1,90 m grosse Walliser dann einen Wachstumsschub. Zuletzt zündete er auch sportlich den Turbo: Beim Europacup-Riesenslalom in St. Moritz Mitte Dezember fuhr er trotz einem starken Teilnehmerfeld mit Startnummer 71 auf den 18. Rang und liess weltcuperfahrene Cracks wie Marcus Sandell hinter sich. Damit löste der Zermatter das Ticket für Adelboden.

Meisterprüfung am «Chuenisbärgli»

Nun folgt am Samstag die Weltcup-Meisterprüfung für den KV-Stift in spe. Auch Pirmin wird an der Piste stehen und seinem Sohn die Daumen drücken. Tipps braucht der Filius vor dem Rennen aber keine mehr. «Er hat mir lediglich geraten, nicht zu viel zu wollen. Ich fahre einfach wie immer», meint Elia.

Grosse Fussstapfen

1983 gewann Pirmin Zurbriggen erstmals in Adelboden. 2 weitere Triumphe am «Chuenisbärgli» folgten 1987. Wunderdinge darf man von Elia bei seinem 1. Kräftemessen mit der Weltelite aber sicher nicht erwarten. «Eine Qualifikation für den 2. Lauf des einen oder anderen Youngsters wäre toll», wünscht sich Teamchef Osi Inglin. Es könnte der Auftakt zu weiteren erfolgreichen Kapiteln der Familien-Chronik werden. Denn: Der Name verpflichtet.