Hintermann als erster Unterländer seit Lehmann auf dem Podest

Mit grossem Wetterglück gewinnt der Zürcher Niels Hintermann die Super-Kombination in Wengen. Nach Urs Lehmann und Peter Müller steht wieder ein Unterländer zuoberst auf dem Podest.

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Hintermanns verrückter Tag

7:21 min, aus sportaktuell vom 13.1.2017

Überglücklich und immer noch überrascht stand der 21-jährige Hintermann aus dem Zürcher Unterland in der Leaderbox. Knapp 30 Jahre nach Peter Müller im Weltcup und 24 Jahre nach Urs Lehmann an der WM in Morioka (Jap) gewann mit Hintermann wieder ein Schweizer, der nicht aus den Bergen stammt. «Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Als Unterländer hier zu gewinnen ist unglaublich. Mir fehlen die Worte», sagte Hintermann.

Hintermanns Fahrt zum überraschenden Kombi-Sieg

1:17 min, vom 13.1.2017

Dass er dem Wetter diesen Sieg zu verdanken hat, ist ihm bewusst. Denn kurz nach seiner Zieldurchfahrt fing es an zu schneien, die Piste wurde langsamer. Doch er machte nicht nur das Wetter verantwortlich für seinen Sieg. «Mein Servicemann hat hervorragende Arbeit geleistet. Die Skis waren sehr schnell und ich spürte während der Fahrt, wie es vorwärts ging.»

Hintermann hatte zuvor elf Weltcup-Rennen absolviert und war nie besser als 21. Die heutige Super-Kombination war nicht seine erste Fahrt in Wengen. Im Europacup fuhr er die Abfahrt bereits vier Mal. Im Slalomrennen am Morgen fuhr Hintermann mit der Startnummer 51 noch auf den 23. Rang und hatte einen Rückstand von 3,23 Sekunden auf den schnellsten Justin Murisier.

Des einen Freud ist des anderen Leid

Alle Fahrer, die nach Hintermann die Abfahrt bestreiten mussten, hatten kaum noch Chancen auf die Bestzeit. Der grobe Schneefall machte ein faires Rennen nahezu unmöglich. So auch für Carlo Janka, der Siebter nach dem Slalom war und deshalb gute Chancen auf eine gute Platzierung hatte.

Janka kann seinen Frust nicht verbergen

1:09 min, vom 13.1.2017

«Der Schnee klebte von oben bis unten. Wenn man das Brückli-S in der Hocke fahren kann, sagt das schon alles aus», kommentierte ein frustierter Janka das Rennen. Auch für die morgige Abfahrt konnte der Bündner nicht viel von heute profitieren. «Es war kein Tempo drin, ich war sogar im Slalom schneller. Nein, viel kann ich nicht mitnehmen für Morgen.»

Sendebezug: sportlive, SRF zwei, 13.1.2017, 10:00 Uhr