Offene Ausgangslage bei Hahnenkamm-Abfahrt

Aksel Svindal steigt gemäss diversen Wettanbietern als Favorit in den Hahnenkamm-Klassiker vom Samstag (live ab 11:35 Uhr auf SRF zwei). Doch die Liste der Konkurrenten ist lang. Einen guten Eindruck hinterliessen in den Trainings unter anderen Hannes Reichelt, Adrien Théaux und Mattia Casse.

Der Dominator

Mit einem Sieg in der prestigeträchtigsten Abfahrt der Welt würde Svindal endgültig zu den Ski-Giganten aufsteigen, denn die Hahnenkamm-Abfahrt ist eine der Lücken in seinem Palmarès – wie bis letzte Woche das Lauberhornrennen. Der Norweger könnte gleichzeitig als erster Athlet seit Didier Défago 2009 das Double Wengen/Kitzbühel holen. Im Abfahrtstraining konnte er nicht durchwegs überzeugen, doch mit dem Sieg im Super-G hat er einmal mehr bewiesen, dass er der Wettkampftyp schlechthin ist.

«  Wenn es läuft, muss man Gas geben. »

Aksel Svindal

Allerdings hat sich Svindal bei seinem Sturz im Kombi-Slalom am Freitag leicht verletzt. An der Siegerehrung für seinen Triumph im Super-G offenbarte er: «Ich habe mir im Oberschenkel ein bisschen was gerissen.» Sein Physiotherapeut habe ihm nach einer ersten Untersuchung allerdings signalisiert, dass die lädierte Stelle am Samstag «halbwegs okay» sein werde.

Die Platzhirsche

Als erster Herausforderer wird Hannes Reichelt gehandelt. Der 35-jährige Sieger von 2014 könnte sich in die illustre Liste der einheimischen Doppelsieger eintragen, der etwa Stephan Eberharter, Fritz Strobl oder Josef Walcher angehören, nicht aber Hermann Maier (nur 1 Abfahrtssieg). Ein Podestplatz eines anderen Österreichers, etwa von Klaus Kröll oder Vincent Kriechmayer, wäre eine Überraschung.

So fuhr Kjetil Jansrud 2015 zum Sieg

1:20 min, vom 24.1.2015

Der Surfer

Stark fuhr im Training Adrien Théaux. Der 31-jährige Hobby-Surfer hat mit seinem Sieg in Santa Caterina bewiesen, dass er auf einer ruppigen Strecke unter Rennbedingungen bestehen kann. Seit 19 Jahren und Luc Alphand hat kein Franzose mehr auf der Streif gewonnen.

La Squadra

Gleich mit mehreren Trümpfen treten die Italiener an. Christof Innerhofer (bisher 6 Weltcupsiege), Dominik Paris (4) und Peter Fill (1) zeigten sich auf der Streif in starker Form. Aber auch Mattia Casse. Der 25-Jährige stand in seiner Karriere noch nie auf dem Podest.

«  Die Traverse ist bei mir fast wie bei «Täglich grüsst das Murmeltier» »

Carlo Janka

Und die Schweizer?

Die Hoffnungen von Swiss-Ski ruhen auf Carlo Janka und Beat Feuz. Der Bündner möchte das österreichische Skimekka mit einem guten Gefühl verlassen, nachdem er im Super-G mit einer missglückten Traverse eine besser Klassierung verschenkt hatte. Feuz zeigt bereits eine Woche nach seinem Comeback ansprechende Leistungen. Beide weisen einen 6. Rang in Kitzbühel als Bestresultat auf. Feuz erreichte dieses Ergebnis 2012, Janka 2014.

Hahnenkammsieger seit 2000

2015
Kjetil Jansrud (No)
2014Hannes Reichelt (Ö)
2013Dominik Paris (It)
2012Didier Cuche (Sz)
2011Didier Cuche (Sz)
2010Didier Cuche (Sz)
2009Didier Défago (Sz)
2008Didier Cuche (Sz)
2007-
2006Michael Walchhofer (Ö)
2005-
2004Stephan Eberharter (Ö)
2003Daron Rahlves (USA)
2002Stephan Eberharter (Ö)
2001Hermann Maier (Ö)
2000Fritz Strobl (Ö)

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 22.1.16, 11:35 Uhr