Pieren: «Wollen am Riesenslalom nicht noch mehr Fans»

Hans Pieren hat die Geschichte der Skirennen in Adelboden mitgeprägt: Zuerst 10 Jahre als Fahrer und nun schon seit über 20 Jahren als Rennleiter. Wir haben den 52-Jährigen vor dem Riesenslalom-Klassiker mit 5 Behauptungen zu «seinem» Rennen konfrontiert.

Hans Pieren im Adelbodner Zielgelände. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Heimspiel Der gebürtige Adelbodner Hans Pieren ist schon seit 35 Jahren an seinem Hausberg im Einsatz. SRF

2016 ist am «Chuenisbärgli» ein doppeltes Jubiläums-Jahr: Man feiert 60 Jahre «Internationale Adelbodner Skitage», zudem ist es die 50. Austragung mit Weltcup-Status.

Hans Pieren kennt den Hang wie kaum ein Zweiter. Als Aktiver in den 1980er- und 90er-Jahren sowie seit einer kleinen Ewigkeit als Rennleiter ist er die Piste unzählige Male hinuntergefahren respektive -gerutscht. Zwischen 2 Besichtigungsfahrten hat sich Pieren Zeit für unsere 5 Behauptungen genommen:

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Hans Pieren

Der Adelbodner (52) fuhr 1982 als damals knapp 20-Jähriger erstmals den Klassiker am «Chuenisbärgli» (Platz 15). Sein bestes Ergebnis an seinem Heimberg war Rang 2 (1992). Nach seinem Rücktritt (1993) wurde er Renndirektor in Adelboden. Von 2005 bis 2014 war Pieren zudem Renndirektor bei der FIS.

  • Die Rennen haben mit einem Budget von über 5 Millionen Franken und bis zu 40‘000 Fans ihre maximale Grösse erreicht.

    Pieren: Ich denke, das ist so. Am Sonntag könnten wir noch ein paar Zuschauer mehr vertragen. Beim Riesenslalom hatten wir einmal 31‘000 Fans. Ohne überheblich zu klingen, aber mehr wollen wir nicht. Aber am Sonntag könnten wir sicher das Doppelte der rund 12‘000 bis 13‘000 Zuschauer stemmen.

  • Die Rennen in den 50er- und 60er-Jahren haben rein gar nichts mehr mit denen von heute zu tun.

    Klar, sehr viel hat sich verändert. Aber letztendlich ist es noch immer Skirennsport, und der Schnellste gewinnt. Die Skis haben auch noch immer die Spitzen vorne.

  • Die Anspannung vor dem Rennen ist für den Rennleiter Pieren ungleich grösser als damals für den Fahrer Pieren.

    Die Anspannung für mich als Fahrer war vor allem kürzer. Bei solchen Bedingungen wie in diesem Jahr ist man als Rennleiter während vielen Tagen angespannt. Die Verantwortung ist auch ungleich grösser.

  • Der 2. Platz im Jahr 1992 war Ihr schönstes Erlebnis als Aktiver.

    Er gehört sicher dazu. Die gesamte Saison 1991/92 war toll. Ich habe sie als B-Kader-Fahrer begonnen, meine Skis selber präpariert und wurde in der Disziplinen-Wertung Zweiter hinter Alberto Tomba. Das war eine riesige Genugtuung.

  • Hans Pieren wird den nächsten Schweizer Sieger am «Chuenisbärgli» nicht mehr erleben – er tritt vorher zurück.

    Ich hoffe nicht, dass es derart lange geht bis zum nächsten Heimsieg. Denn ich habe nicht vor, sehr bald aufzuhören. Die Schweizer haben durchaus Potenzial. Ich gehe aber nicht davon aus, dass sie an diesem Wochenende triumphieren werden. Wobei: Marc Berthod hat 2007 und 2008 mit seinen Siegen bewiesen, dass alles möglich ist.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 7.1.16, 22:20 Uhr