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Weltcup Männer Russi: «Traue Küng den Sieg am Lauberhorn zu»

Ein Schweizer Sieg in der legendären Lauberhorn-Abfahrt wäre zwar eine Überraschung, ist für Bernhard Russi aber durchaus realistisch. Im Interview erklärt der SRF-Experte warum und spricht über den Klassiker in Wengen.

Die Kulisse im Berner Oberland kann beflügeln oder einschüchtern, sagt Bernhard Russi.
Legende: Eiger, Mönch und Jungfrau Die Kulisse im Berner Oberland kann beflügeln oder einschüchtern, sagt Bernhard Russi. EQ Images

Bernhard Russi, die Lauberhorn-Abfahrt ist technisch nicht die anspruchsvollste Strecke im Weltcup. Aber man sagt, hier zu gewinnen sei am schwierigsten. Stimmen Sie dieser Aussage zu?

Bernhard Russi: Ja, schliesslich habe ich hier nie gewonnen (lacht). Es muss viel zusammenpassen, um am Laberhorn triumphieren zu können. Sowohl technisch und taktisch als auch konditionell. Es hat viele knifflige Stellen, die perfekt gefahren werden müssen. Zudem braucht es je nach Wetter Glück mit der Startnummer. Und nicht zuletzt hat es hier eine beeindruckende Kulisse, die einen Fahrer beflügeln aber auch einschüchtern kann.

Man muss die nötige Lockerheit an den Tag legen.

Patrick Küng sagte, man darf das Rennen nicht übermotviert angehen. Was meint er damit?

Gerade am Start braucht es sicherlich eine gewisse Explosivität, um gut im Rennen anzukommen. Aber diese Abfahrt ist so lang, dass man mit der Zeit auch die nötige Lockerheit an den Tag legen muss und erst gegen Schluss wieder alles aus sich herausholen darf.

Welchen Einfluss hat die Startnummer?

Das hängt ganz vom Wetter ab. Bei strahlendem Sonnenschein ist es fast unmöglich, mit einer hohen Startnummer noch nach vorne zu fahren. Bleibt es allerdings bedeckt, darf man sich auch mit einem späten Start durchaus noch eine gute Platzierung ausrechnen.

Obwohl der Schnee bedeutend weicher ist als in vergangenen Jahren, sind die Fahrer mit der Piste zufrieden...

Die Strecke war zumindest in den Trainings ruhiger als in anderen Jahren. Das haben die Fahrer gerne. Der Schnee ist zwar weich, aber trotzdem griffig. Man darf sich aber nicht täuschen lassen: Die Trainings haben auf jeden Fall Spuren hinterlassen und im Rennen kann es dann mehr rumpeln als man sich es gewohnt ist.

Patrick Küng ist die klare Nummer 1 im Schweizer Team.

Welchem Schweizer trauen Sie einen Exploit zu?

Von Patrick Küng ist aufgrund der Trainingsresultate und den Leistungen in den vergangenen Wochen natürlich am meisten zu erwarten. Auch wenn er die Favoritenrolle gerne abschiebt, er ist derzeit die klare Nummer 1 im Schweizer Team. Ein Sieg am Lauberhorn traue ich ihm absolut zu.

Braucht es dazu eine fehlerfreie Fahrt?

Nicht zwingend. Das Lauberhorn verzeiht kleine Fehler, wenn alles andere zusammenpasst. Aber, und das ist ganz wichtig, man darf sich während der Fahrt nicht über begangene Fehler Gedanken machen. Vor allem Fehler, die im oberen Streckenteil passieren, sind unten durchaus wettzumachen.

Wie sieht Ihr Tipp für das Podest von Samstag aus?

Vielleicht eine etwas überraschende Prognose, aber ich tippe auf Christof Innerhofer vor Küng und Erik Guay.

Legende: Video 2. Abfahrtstraining in Wengen abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus sportaktuell vom 16.01.2014.

6 Kommentare

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  • Kommentar von W. E, H
    Sie, lieber Herr Russi haben diese Abfahrt nie gewinnen können, aber der Janka hat sich schon gewonnen! :-)) Die allerbesten Wünsche für die heutige, sowie die morgige Abfahrt für alle unsere Athleten! Top Resultate wären ihnen von Herzen zu gönnen!
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    1. Antwort von Hans Jakobli, Meilen
      Riesen und Slalom das ist Interessant vor allem bei den Frauen. Dann können wir uns auch das blöde geplapper bei den Männern ersparen. Bei den Ladys scheint die Sonne. Und es ist Spannend mit guten Kommentatoren und starken Swiss Athletinnen. Es gibt keine richtigen Abfahrten mehr. Auch Kitz ist entschärft. Die letzte hat wohl Lara gewonnen. We call you Raptor.
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    2. Antwort von Hans Jakob, St. Moritz
      Lauberhorn ist keine Abfahrt mehr. Flache Autobahn für Bubis.Tut weh das zu sehen .Keine Wellen keine Schläge kein Ziel S. Flach flächer am flachsten. Langweilig.
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    3. Antwort von M. Bolder, Muhen
      @Hans Jakob: Zu Ihrer Einschätzung: Solange die Strecke dieselbe Höhendifferenz und dieselbe Strecke aufweist, kann sie nicht flacher werden. Wird die Strecke "begradigt", so wird sie kürzer und somit sogar steiler. Weiter: Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 105 km/h kann man die Lauberhornabfahrt sicher nicht als langsam bezeichnen. Sie hat ein durchschnittliches Gefälle von rund 25,3% - das entspricht einem Winkel von rund 14,2° gegenüber der Waagrechten.
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    4. Antwort von David Schneeberger, Hirschthal
      Platz 1 Patrick Küng!!!!! Jawohl Siieg, da kann @Hans Jakobli, die Koffer packen. Hahaha. Schade musste die Strecke kastriert werden.
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    5. Antwort von W. E, H
      @H. Jakobli: Finde es super, dass hier Sicherheit vor Spektakel gestellt wurde. Die Sicherheit der Athleten geht vor. Hat Wengen gut gemacht! Und betreffend Wellen & Schläge haben eben eine Welle resp. ein Schlag zu viel dazu geführt, dass Janka, der unter die ersten 10 gefahren wäre, kurz vor dem Ziel ausgeschieden ist, weil der den Ski verloren hat.
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