Hefti: «Wir werden voll angreifen»

Beat Hefti steigt mit Anschieber Alex Baumann und als grosser Schweizer Medaillenkandidat in das olympische Zweierbob-Rennen. Im Interview spricht der Appenzeller über seine Ambitionen sowie die Tücken der Bahn und er erklärt, weshalb er sich gegen Thomas Lamparter entschieden hat.

Beat Hefti im Eiskanal von Sotschi. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Zeichen der 5 Ringe Beat Hefti im Eiskanal von Sotschi. Reuters

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Heftis Steigerung

Nach enttäuschenden Platzierung an den ersten beiden Trainingstagen haben Hefti/Baumann am Samstag zweimal Bestzeit aufgestellt. Die Resultate sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, weil unter anderem auch Freitags-Dominator Alexander Subkow (Russ) auf einen Start verzichtete. Rico Peter/Jürg Egger fuhren an allen 3 Tagen je einmal in die Top 10.

Beat Hefti, warum haben Sie sich für Alex Baumann und gegen Thomas Lamparter als Anschieber im Zweierbob entschieden?

Hefti: Es war ein sehr schwieriger Entscheid. Ich bin sehr lange mit «Lampi» gefahren. Aber ich hatte mit Alex einen erfolgreichen Winter, vor allem in der zweiten Hälfte. Er hat gezeigt, dass er ein sehr starker Anschieber ist. Wir haben das im Team besprochen. Und es gab keinen Grund, Alex nicht zum Einsatz kommen zu lassen.

Eine mögliche Medaille würden Sie natürlich für die Schweiz holen. Aber zusammen mit Alex Baumann bilden Sie auch einen richtigen «Ausserrhoden-Express». Bedeutet Ihnen das etwas?

Daran denken wir momentan nicht. Unsere ganze Konzentration gilt unseren Fahrten und der Bahn. Wir wollen angreifen und dann sehen wir, was dabei rauskommt.

Die Bahn ist eisiger als erwartet. Was heisst das für Sie als Pilot?

Es besteht die Gefahr, dass einem das Heck etwas abrutscht. Dadurch werden die Überfahrten kürzer und man fährt dann vielleicht zu diagonal. Das macht es natürlich schwierig, schnell zu sein. Es dauert eine Weile, bis man es in den Griff kriegt.

Wie war ihr Gefühl in den Trainings mit diesen Bedingungen?

An vielen Stellen lief es sehr gut. In anderen Passagen war ich froh, dass es insgesamt sechs Trainingsfahrten gab. Ich hoffe, dass ich am Wochenende alle Passagen so hinkriege, wie ich mir das vorstelle.

«  Es muss alles zusammenpassen. »

Die Spiele verlaufen aus Schweizer Sicht bislang sehr erfolgreich. Beflügelt das?

Natürlich hoffen wir, dass die Schweizer möglichst viele Medaillen gewinnen. Aber an der Bahn müssen wir uns auf uns selber konzentrieren. Wir wissen, dass die Gegnerschaft stark ist und alles zusammenpassen muss, damit auch wir eine Medaille gewinnen können.

Sie werden als grosser Medaillenkandidat gehandelt. Bedeutet dies zusätzlichen Druck?

Olympische Spiele sind immer etwas Spezielles. Auch unser persönliches Ziel ist es, eine Medaille zu gewinnen. Wir werden voll angreifen.

Es gab grosse Diskussionen über die Unterkünfte - vor allem in der Bergregion. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Ich finde es im Grossen und Ganzen okay. Man hat das, was man braucht. Es gibt zu essen und man kann schlafen. Zudem ist für uns wichtig, dass man möglichst schnell bei der Bahn ist. Das ist hier sehr gut gelöst.