Federer: «Das hier ist eine normale Rückengeschichte»

Roger Federer hat in Madrid noch vor dem Turnierstart zum Rückzug blasen müssen. Er leidet an Rückenschmerzen, gibt aber gleichzeitig Entwarnung. So betont er in einem SDA-Interview: «Mich plagte schon Schlimmeres.»

Roger Federer an einer Medienkonferenz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kein Grund zur Beunruhigung Roger Federer weiss, wie er mit dem neusten Rückschlag umgehen muss. Keystone

Roger Federer, Sie hatten im November 2014 unmittelbar vor dem Davis-Cup-Endspiel gegen Frankreich unter schlimmen Rückenschmerzen gelitten. Ist es hier in Madrid ähnlich?
Roger Federer: Es ist zum Glück ganz anders. Damals vor dem Davis Cup war es vermutlich das Extremste, das ich jemals hatte. Das hier ist eine normale Rückengeschichte, wie ich sie in der Vergangenheit ab und zu hatte. Und das ist gut so, denn ich weiss, wie ich damit umgehen muss. Ich weiss, wie viel Zeit es beanspruchen kann. Normalerweise variiert es um einige wenige Tage. Deshalb ziehe ich mich heute vom Turnier zurück und nicht erst morgen.

«  Ich konnte eigentlich nie etwas dagegen tun. »

Machen Sie sich Gedanken darüber, dass die erst 3 Partien, die Sie bisher auf Sand gespielt haben, nicht genug sein könnten, um in Paris zu bestehen?
Es kommt ganz darauf an, wie es nächste Woche in Rom für mich läuft. Aber auch ohne das kann ich sagen, dass ich wirklich viel trainiert habe, und viel auch vor dem Turnier in Monaco. Ich war schon 10 Tage zuvor nach Monte-Carlo angereist. Auch in den letzten 2 Wochen trainierte ich in der Schweiz auf Sand, allerdings war es dort kalt. Vielleicht war gerade das nicht so gut für den Rücken. Jedenfalls bin ich zufrieden. Ich brauche nie sehr viel. Ich brauche auch nicht viele Spiele, um mich hundertprozentig bereit zu fühlen. Ich verlasse mich auf mein Spiel und auf meinen Kopf.

Sie hatten in Ihrer Karriere nie viele Probleme mit Verletzungen und Krankheiten. Heuer haben Sie aber in dieser Beziehung ein schlechtes Jahr. Belastet Sie das? Wie gehen Sie damit um?

Ja, irgendwie ist es schon etwas Neues für mich. Aber wenn man sich die verschiedenen Absagen in diesem Jahr anschaut, so konnte ich eigentlich nie etwas dagegen tun. Aber wenn ich nicht spielen kann und genau weiss, dass es für die weitere Karriere und die weitere Saison das Beste ist, ist es sicher kein Weltuntergang. Natürlich bin ich frustriert und ein wenig traurig, dass ich hier nicht spielen kann. Andererseits ist es gut zu wissen, dass das Rückenproblem vorbeigehen wird. Und lieber habe ich Probleme mit dem Rücken als mit dem Knie.

Sendebezug: Radio SRF 3, Abendbulletin, 02.05.2016 16:31 Uhr