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ATP-Tour Federers zwangsläufiges Scheitern am eigenen Erfolg

Roger Federer ist zum Saisonende mit Weltranglisten-Position 6 so schlecht klassiert wie seit 2002 nicht mehr. SRF-Kommentator Stefan Bürer zieht Bilanz, sucht nach Gründen für das schwache Abschneiden und blickt auf das neue Jahr voraus.

Roger Federers Saison war enttäuschend, doch im Herbst gab es auch wieder Lichtblicke.
Legende: Mit viel Schatten Roger Federers Saison war enttäuschend, doch im Herbst gab es auch wieder Lichtblicke. EQ Images

Die Rangliste lügt nicht. Rafael Nadal, Novak Djokovic und auch Andy Murray waren in diesem Jahr wesentlich erfolgreicher, David Ferrer konstanter und Juan Martin Del Potro gewann mit 4 Turnieren 3 mehr als Roger Federer. Platz 6 also zum Jahresende, wie damals, 2002. Das eben zu Ende gegangene Tennisjahr 2013 von Federer war unter dem Strich: enttäuschend. Für uns alle, die zugeschaut haben und für ihn selber auch. Denn die Ziele, die er sich gesetzt hat, hat er aus verschiedenen Gründen nicht erreicht.

Fulminante Masters-Premiere 2002

Rückblende: Schanghai im November 2002. Ein 21-Jähriger stürmt bei seiner ersten Masters-Teilnahme durch die Gruppenspiele. Im Halbfinal scheitert er nach begeisterndem Kampf knapp an der Nummer 1, Lleyton Hewitt. Die Tenniswelt ist entzückt ob der Fähigkeiten des Newcomers, die Schweiz jubelt (schliesslich war noch nie ein Tennisprofi helvetischer Herkunft höher klassiert) und alle spüren: Das ist noch nicht das Ende der berühmten Fahnenstange.

Federer hat «ein Monster kreiert»

Die Fortsetzung ist bekannt und gleichzeitig das eigentliche Problem, wenn wir Federers Leistungen dieser Tage beurteilen sollen. Der Schweizer sammelte Titel wie andere Leute Briefmarken und tat dies mit einer Selbstverständlichkeit, dass viele schon schockiert waren, wenn er zwischendurch mal einen Satz verlor. Roger Federer war der Konkurrenz dermassen überlegen, dass er meinte: «Ich habe ein Monster kreiert.»

Stefan Bürer kommentiert für SRF seit Jahren die Tennis-Übertragungen.
Legende: SRF-Kommentator Stefan Bürer kommentiert für SRF seit Jahren die Tennis-Übertragungen. SRF

An unglaublichen Erfolgen gemessen

Er sollte recht behalten. Die monströsen Erfolge seiner besten Jahre (von 2004 bis 2007 gewann er 11 von 16 Grand Slams und 3 von 4 Masters) sind die Messlatte, die Federer so hoch legte, dass er in der Folge zwangsläufig daran scheitern musste. Weil es ihm aber gelang, diese Latte bis Ende 2012 immer mal wieder nur knapp zu reissen, erscheint uns das Jahr 2013 als veritabler Absturz.

Rückenschmerzen als Hauptproblem 2013

Die Fakten: 1 Turniersieg auf der untersten ATP-Stufe (in Halle), 1 Grand-Slam-Halbfinal (in Melbourne), 2 Finals (Rom, Basel) und der Halbfinal am Masters – das sind die besten Resultate 2013. Auf der negativen Seite sind Rückenprobleme, Niederlagen gegen einige Mitläufer auf der Tour und ein missglückter Rackettest mitten in der Saison zu verbuchen. Federer selber betont, die Rückenschmerzen seien der Ursprung, der Rest nur die Folge gewesen.

Trendwende in der neuen Saison?

In der Tat zeigte die Leistungskurve nach dem Verschwinden der Beschwerden wieder nach oben. Dieser Trend soll sich – geht es nach dem Willen des Schweizers – 2014 fortsetzen. Er will mit den Besten nicht nur mithalten, er will sie auch wieder schlagen, das hat er nach seinem Aus in London bekräftigt. Damit hat er eine neue Latte gelegt, die immer noch ziemlich hoch ist, an der er aber gemessen werden kann und soll. Und die alte Latte sollten wir alle getrost wegwerfen – sie hat ausgedient.

Legende: Video Matchbericht Federer-Nadal («sportpanorama») abspielen. Laufzeit 04:11 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 10.11.2013.

55 Kommentare

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  • Kommentar von Andre Nedwed, Schwerzenbach
    hoechst gespannt darf man sein, mit welchem Racket RF die neue Saison starten wird.
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  • Kommentar von Lukas Mäder, Läufelfingen
    Abwarte und geduld zeige, Roger chunt nomol! Vielicht wird er nüm #1 vo de Welt aber i bi mir sicher das er no e paar johr uf de atp tour spiele wird und eus freud mache wird!! Und jetzt setzte i no eine druff: i Wette das de Roger bis am schluss vo sienere karriere die magischi 20 erreicht!!!! (20 Grand Slam Titel)
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    1. Antwort von Andre Nedwed, Schwerzenbach
      Die derzeitigen Branchen Leader heissen Nadal und Djokovic! Natuerlich hoffe ich als Federer Bewunderer, dass er bis zu seinem Karriereende noch groessere Turniere gewinnt, jedoch realistisch gesehen teilen sich Nadal, Djokovic und eventuell noch Murray die grossen Kuchenstuecke, die Kruemel duerfen die anderen haben. ob Federer noch einen GS gewinnt, duerfte davon abhaengen, ob er die langen Ballwechsel entweder mitgehen vermag, oder sie vermeiden kann.
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    2. Antwort von max muster, bern
      ich denke es kommt auch sehr darauf an wie es mit der gesundheit der anderen topspieler weitergeht. siehe murray rückenprobleme evtl operation und schon muss er wichtige turniere absagen. bei nadal das selbe mit seinen kniehen und wie lange djokovic's füsse und knöchel diese art zu spielen noch mitmachen ist fraglich.
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  • Kommentar von CES, Aarau
    Tennis interessierte mich lange kaum (habe aber in meiner Jugend selber gespielt). 2009 sah ich zufällig RF (Wimbledon); seither habe ich selten einen seiner Matches verpasst, auch wenn ich nachts dafür aufstehen muss. Wegen seiner Erfolge? Nein. Ich mag das Spielerisch-Tänzerisch-Leichtfüssige, liebe seinen Spielwitz. Ich geb's zu: Ich verabscheue Tennis-Prügelei; kann mit Macho-Getue gar nichts anfangen; endlose Grundlinienballerei und hässliche Gummipuppenverrenkungen lassen mich kalt.
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