Zum Inhalt springen

ATP-Tour Kyrgios stänkert weiter: «Ich liebe diesen Sport nicht»

Nick Kyrgios ist im Achtelfinal von Wimbledon gegen Andy Murray chancenlos geblieben. Gesprächsstoff lieferte aber vor allem sein Auftritt an der Medienkonferenz nach dem Spiel.

Legende: Video Der Medienauftritt von Nick Kyrgios (engl., SNTV) abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Vom 05.07.2016.

Nick Kyrgios gehört zu den besten Tennisspielern der Welt. Der Australier ist mit seinen 21 Jahren der jüngste Profi in den Top 20 (ATP 18). Doch an Kyrgios scheiden sich die Geister. Er ist bekannt für seine verbalen Ausrutscher und unmotivierten Auftritte auf und neben dem Feld.

Ich geniesse es, tun zu können, was immer ich will.
Autor: Nick Kyrgios

Jüngstes Beispiel: Sein Auftritt an der Medienkonferenz nach dem Achtelfinal-Out in Wimbledon gegen Andy Murray. Ein paar Auszüge:

  • Wie er sich auf den Achtelfinal vorbereitet hat?: «Ich bin aufgewacht und habe Videospiele gespielt. Ob das die beste Vorbereitung ist? Ich weiss es nicht, aber es hat Spass gemacht.»
  • Ob er gegen Murray sein Bestes gegeben habe?: «Nein.»
  • Ob er Tennis geniesst oder es ihn frustriert?: «Ich liebe diesen Sport nicht. Aber ich weiss nicht, was ich ohne ihn machen würde. Ich weiss, dass ich das Talent habe, gute Sachen zu machen.»
  • Ob er am Scheideweg seiner Karriere stehe und manchmal lieber davonlaufen würde?: «Ich habe soeben in der 4. Runde eines Grand-Slam-Turniers verloren, und nicht in der Qualifikation...pfff, was ist das denn für eine diabolische Frage?!»
  • Warum er ohne Coach unterwegs ist?: «Ich geniesse die Freiheit und die Tatsache, tun zu können, was immer ich will.»
Seinen Auftritt eine Enttäuschung zu nennen, wäre weit untertrieben.
Autor: John McEnroe

Die Reaktionen blieben natürlich nicht aus. Allen vor an John McEnroe, selbst das «Enfant terrible» des Tennissports in den 80er-Jahren, äusserte sich kritisch:

  • «Es ist eine verdammte Schande. Er war mental nicht auf dem Platz.»
  • «Es macht einfach keinen Sinn mehr. Kyrgios' Auftritt eine Enttäuschung zu nennen, wäre weit untertrieben.»
  • «Er muss in den Spiegel schauen und sich überlegen, ob er ein Top-Spieler werden möchte.»
  • «Ich hoffe er merkt, dass die Stunde geschlagen hat, bevor das Ganze chronisch und irreparabel wird.»

John McEnroe über den Auftritt von Nick Kyrgios

Sendebezug: Laufende Berichterstattung Wimbledon

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin F, Reinach
    "Ich liebe diesen Sport nicht" lässt mich aufhorchen, wie auch die Antwort auf die Folgefrage. Warum tut er sich das an? Ist da ein unbewusster Konflikt vorhanden? Talent reicht auch bei den besten Möglichkeiten nicht, wenn die Motivation fehlt. Leistung = Wollen x Können x Möglichkeiten. Ich wünsche ihm dass er seinen Weg findet und für sich die richtigen Entscheidungen trifft. Mit oder ohne Tennis. Potenzial hat er. Als Sportler und als Mensch. Das aktiv entwickelt werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Medinger, St. Gallen
    Gegen Murray kann man in Wimbledon in der 4. Runde schon mal ausscheiden, 2 Sätze waren sogar knapp vom Resultat. Alle ausser die ca. 10 besten Spieler der Welt können ihr Leben lang kämpfen und Trainieren und werden trotzdem gegen Murray verlieren. Er will / kann nicht lügen an der Pressekonferenz, er fühlt sich Sch... und gibts zu. Wenn der Spieler mentale Probleme hat, sollte die Presselandschaft nicht noch zusätzlich "draufhacken" das ist gefährlich. t
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lance Scharegg, Zürich
    was heisst hier "stänkern" ?! kyrgios ist einfach nur ehrlich, direkt und spricht dies auch aus ! dass viele leute die wahrheit nicht hören können, ist ja nichts neues.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen