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ATP-Tour Nach EURO-Aus: Jetzt hofft Österreich auf den «Dominator»

Die ATP lechzt regelrecht nach neuen Stars. Mit Dominic Thiem schickt sich (endlich) einer an, der etwas an der aktuellen Hierarchie ändern könnte.

Dominic Thiem.
Legende: Kommt aus dem Jubeln nicht mehr heraus Dominic Thiem. Getty Images

Da kann selbst die unumstrittene Nummer 1 Novak Djokovic nicht mithalten: Eindrückliche 47 Matches hat Dominic Thiem in dieser Saison bereits gewonnen – das ist Rekord. Auch Roger Federer (2x) und Rafael Nadal mussten sich dem Senkrechtstarter schon geschlagen geben.

Einige Zahlen zu Dominic Thiem:

  • 2 – So oft hat er sein Idol Roger Federer geschlagen, zuletzt in Stuttgart sogar auf Rasen
  • 4 – So viele Titel hat der 22-Jährige 2016 bereits auf dem Konto
  • 4 Sein Ranking im «Race to London»; die besten 8 qualifizieren sich fürs Saisonfinale
  • 7 – das bislang beste Ranking in Thiems Karriere
  • 47 – So viele Saisonsiege hat er bislang gefeiert – so viele wie kein anderer
Dominic war in den letzten 15 Jahren der einzige Spieler, der mich nie gefragt hat, wie lange das Training noch dauert.
Autor: Günter BresnikCoach von Dominic Thiem
Legende: Video Interview mit Tennisexperte Alex Antonitsch über Dominic Thiem abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 23.06.2016.

«Dass er an gewissen Tagen gut spielen kann, das wussten wir. Beeindruckend ist aber seine Konstanz», sagt einer, der es wissen muss. Der ehemalige österreichische Profi Alex Antonitsch kennt Thiem schon lange. «Dominic ist ein Tennisverrückter. Er ist schon im ‹Ballwagerl› gesessen, als seine Eltern Trainingsstunden gegeben haben», blickt der 50-Jährige zurück.

Erfolgreich, aber am Boden geblieben

Thiem sei ein unglaublich freundlicher und bodenständiger Zeitgenosse, Starallüren sind ihm fremd. Auch seine Einstellung sei absolut vorbildlich. «Wenn man Dominic kennt, vermutet man nicht einen solch knallharten Profi dahinter. Er ist wahnsinnig nett und normal geblieben», sagt Antonitsch.

Thiem gilt als einer der fittesten Spieler überhaupt. Sein Trainer: Günter Bresnik. Dessen Trainingsmethoden: Unkonventionell. So liess Bresnik den jungen Dominic auch schon nachts aufstehen und Waldläufe absolvieren. Auch Holzhacken gehörte bereits zum Programm. Wer Genaueres dazu wissen möchte, dem sei das neue Buch Bresniks («Die Dominic-Thiem-Methode», Link öffnet in einem neuen Fenster) ans Herz gelegt.

«Dominic war in den letzten 15 Jahren der einzige Spieler, der mich nie gefragt hat, wie lange das Training noch dauert», lobt Bresnik seinen Schützling.

«Dominator» in aller Munde

In Österreich ist der «Dominator» längst zum umjubelten Sportstar aufgestiegen. Nach dem EURO-Out des ÖFB-Teams dürfte ihm die Aufmerksamkeit in Wimbledon gewiss sein. «Er löst eine Begeistung aus, die wir seit Thomas Muster nicht mehr erlebt haben», ordnet Antonitsch den «Thiem-Effekt» ein.

Legende: Video Antonitsch über die Euphorie in Österreich abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 23.06.2016.

Es würde keinen mehr überraschen, wenn der grosse Chelsea-Fan auch in London für Aufsehen sorgen würde. A propos London: Es ist gut möglich, dass wir den 22-Jährigen auch im November in der englischen Metropole sehen werden.

Auf die Frage, ob die ATP Finals zu einem realistischen Ziel geworden seien, antwortet Antonitsch ohne zu zögern: «Gegenfrage: Warum nicht?»

Vergleich Federer vs. Thiem*


Roger Federer
Dominic Thiem
Anzahl Titel
15
7
Grand-Slam-Titel2--
Bestes Ranking
17
Siege gegen Top-10-Spieler
315
*im Alter von 22 Jahren und 295 Tagen

Zur Person

Zur Person

Alex Antonitsch ist ein Ex-Tennisprofi. Er gewann im Doppel 4 Titel und erreichte 1990 Platz 40 im Ranking. Heute betreibt er das Tennisportal tennisnet.com, ist Turnierdirektor in Kitzbühel und als TV-Experte für Eurosport tätig.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Lina Schär, Zürich
    @ Kovac: Richtig, seit 2007 gilt der neue Modus auch für RF. Aber die 10 Jahre können Sie glatt halbieren; vor 5 Jahren war er bereits 30, älter als Nole jetzt. Sein letzter GS datiert von 2012. Warum plötzlich "14 sehr erfolgreiche Jahre"? Lese ich nicht seit Jahren Rücktrittsforderungen? Ich habe auf die Anzahl Turniersiege angespielt, die Sie relativieren, und auf ihre Bemerkung zur Qualität der Turniere. RF wünscht sich übrigens Best-of-Five an 1000er-Turnieren zurück. Ich manchmal auch.
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  • Kommentar von Lina Schär, Zürich
    @Kovac zu Qualität/Relativierung: Bis 2006 (WTF, Miami 2007) waren viele Finals (250, 500, 1000) im Best-of-5-Modus (Hamburg, Wien, Kitzbühel, Stuttgart, Gstaad, Basel, Rom, Monte C., Indian Wells, Miami, Madrid usw.). RF hat mehr als ein Dutzend davon gewonnen (plus x Mal im Final). Z.B. Miami 05: Sieg RF über Rafa in 5 Sätzen, Rom 06 Sieg Rafa über RF in 5 Sätzen. Glück für Nole: nachher nur noch Best of Three. Ist der Titel Miami 2005 mit Miami 2016 vergleichbar, Nole:Nishikori 6:3 6:3?
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    1. Antwort von Darko Kovac, Wetzikon
      Das heisst für mich Fed spielt schon 10 von seinen 14 sehr erfolgreichen Jahren nach dem neuen Modus! Wenns Agassi oder Sampras wären wäre Ihr Argument OK aber es geht gar nicht um das sondern um die Saison 16. Da hat Thiem die meisten seiner Siege an 250/500ern gefeiert. Ihn jetzt Dominator zu nennen ist etwas übertrieben. In seinem Alter war Fed schon nummer 1 und Nole schon GS Sieger. Ja, der Junge hat Talent, aber ein ganz Grosser ist er noch lange nicht!
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    2. Antwort von Darko Kovac, Wetzikon
      Und ob der vergleichbar ist??!! Wer das Sunshine Double 3 mal hintereindee gewinnt ist um Welten besser als der, der es 2005 gewonnen hat! 10 Spiele in 2 Wochen bei glühender Hitze und in Miami auch noch mit hoher Luftfeuchtigkeit. Zudem noch die deutlich stärkeren Statisten neben den Big Four! Das ist ne Leistung!
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  • Kommentar von Kevin Loosli, Basel
    Günter Bresnik kann aus Thiem keinen Boris Becker machen. Für die Zukunft rechne ich eher mit Alexander Zverev. Im Moment macht er noch zu viele leichte Fehler. Hat aber ein grosses Potenzial.
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