Wawrinka in Genf: zwischen Pflicht und Kür

Stan Wawrinka ist das Aushängeschild des Turniers in Genf. Der Romand könnte kurz vor den French Open wertvolles Selbstvertrauen tanken, muss dabei aber auch auf seinen Energiehaushalt achten.

Stan Wawrinka ist der grosse Star des ATP-Turniers in Genf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Star Stan Wawrinka ist in Genf ein gefragter Mann. Keystone

Vom ATP-Ranking her steht Stan Wawrinka als Nummer 4 mitten in der Spitze des Tennissports. Direkt hinter Novak Djokovic, Andy Murray, Roger Federer und noch vor Rafael Nadal. Doch er selbst sagt vor seinem ersten Spiel in Genf: «Ich bin Lichtjahre von ihnen entfernt.»

Seit seinem Turniersieg in Dubai im Februar befindet sich der 31-Jährige in einem Tief. 5 Siegen stehen ebensoviele Niederlagen gegenüber. Auf Sand scheiterte er in Madrid zuletzt an Nick Kyrgios (ATP 21) und in Rom an Juan Monaco (ATP 114).

Vor Paris-Triumph 2015 lief es nicht besser

Nur, Wawrinka weiss, dass er sein bestes Tennis urplötzlich wiederfinden kann. Vor seinem sensationellen French-Open-Triumph im letzten Jahr lief es ihm resultatmässig nicht viel besser als in dieser Saison. Vor Heimpublikum in Genf verlor er damals in seinem zweiten Spiel gegen den biederen Federico Delbonis. Tage später setzte er in Paris trotzdem zum begeisternden Siegeszug an.

«  Ich bin Lichtjahre von ihnen entfernt. »

Wawrinka
über seinen Status im ATP-Ranking

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Federer hofft auf Besserung

Roger Federer reist frühzeitig nach Paris. Bereits am Dienstag wird der Sieger von 2009 in der französischen Hauptstadt erwartet. «In meinem aktuellen Zustand könnte ich bei den French Open nicht antreten», meinte der Baselbieter noch am vergangenen Donnerstag. Federer hofft aber, dass sich sein Rücken rechtzeitig für erholt.

Deshalb stellt sich für den zweifachen Grand-Slam-Sieger die Frage, wie viel Energie er in der Westschweiz eine Woche vor dem prestigeträchtigen Klassiker investieren will. Zum Auftakt trifft er am Dienstagabend auf den Spanier Albert Ramos-Viñolas (ATP 53).

«Von aussen gesehen sieht das nach einer klaren Angelegenheit aus», gibt Wawrinka zu, «aber Ramos-Viñolas ist ein gefährlicher Gegner, der sich in einen guten Rhythmus spielen kann». Trotzdem ist der Lokalmatador klarer Favorit. Nicht zuletzt, weil er sämtliche 5 bisherigen Duelle gewinnen konnte.

Am Freitag in Paris zur Auslosung?

Je näher das Wochenende kommt, desto mehr dürfte bei Wawrinka die Vorbereitung für Paris in den Vordergründ rücken. Auch wenn er betont, dass Siege die beste Medizin gegen sein sportliches Tief seien, wird er dafür kaum seine Energiereserven anzapfen wollen. Oder doch? Noch fehlt ihm ein Titel auf heimischem Boden.

Über ein vorzeitiges Aus in Genf würden sich aber zumindest die Organisatoren der French Open freuen. Sie sähen den Titelverteidiger nämlich gerne bei der Auslosung der Tableaux am Freitag.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 12.05.2016, 22:20 Uhr