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Neue Ära im Tennis Radikale Reform im Davis Cup

Die Mitglieder des Tennis-Weltverbandes ITF haben entschieden: Im Davis Cup wird ab 2019 in einem neuen Format gespielt.

Schweizer Davis-Cup-Equipe
Legende: Alte Zeiten Die Schweizer Davis-Cup-Equipe beim Triumph 2014. Keystone

Die Delegierten der Mitgliederverbände des Tennis-Weltverbandes ITF haben die umstrittene Davis-Cup-Reform verabschiedet. Die von ITF-Präsident David Haggerty unterstützten Pläne erhielten bei der Tagung in Orlando 71,4 Prozent der Stimmen.

Der Widerstand der grossen Tennisnationen Grossbritannien, Australien und Deutschland reichte nicht aus. Damit wird schon 2019 in einem neuen Format um den 118 Jahre alten Davis Cup gespielt:

  • Anstelle von vier über das gesamte Jahr verteilten Runden in der Weltgruppe spielen nun 18 Teams in einem einwöchigen Turnier in der zweiten November-Hälfte um die Trophäe.
  • Nach einer Vorrunde folgt eine Finalrunde im K.-o.-Format mit jeweils zwei Einzeln und einem Doppel über zwei Gewinnsätze. In einem Quali-Turnier im Februar sollen 16 Teilnehmer ermittelt werden, zwei weitere erhalten eine Wildcard.

Piqué hat die Finger im Spiel

Haggerty und seine Mitstreiter aus dem ITF-Board überzeugten die Verbände mit viel Geld. Für die Finanzierung soll die Investmentgruppe Kosmos sorgen, zu deren Gründern der spanische Fussballer Gerard Piqué gehört. Drei Milliarden Dollar für 25 Jahre sind versprochen.

Der Schweizer Verbandspräsident René Stammbach sprach schon vor der Abstimmung von einem Deal, der zu gut sei, um ihn abzulehnen. Allerdings hegen viele Verbände – etwa der deutsche – Zweifel an dem langfristigen Geschäft und bemängeln die fehlende Transparenz.

«Der Davis Cup wird sich durch das neue Format bedauerlicherweise von den Tennisfans entfernen. Wir haben immer betont, dass dies nicht passieren darf – auch dann nicht, wenn gleichzeitig mit grossen Geldbeträgen gelockt wird», sagte der deutsche Verbandschef Ulrich Klause. «Leider wurde in Orlando fast ausschliesslich über Geld und kaum über den Sport diskutiert.»

Sendebezug: Radio SRF 3, Sportbulletin, 16.08.2018, 16:30 Uhr.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Meier (H-M)
    Wundere mich das es nocht träumer gibt die denken das es um was anderes geht als ums geld!!!
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  • Kommentar von Fred Savage (Fred(T/B))
    Normalerweise sind Länderspiele das grösste und wichtigste was im Sport gibt....leider nur im Tennis net....hoffe durch die neue Reform ändert sich mal etwas....
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  • Kommentar von Armin Meile (MrMele)
    Ich kann Andreas Hug nur beipflichten. Es geht wie leider so oft primär ums Geld. Das bisherige Format war für die Topspieler, den ITF und die nationalen Verbände finanziell nicht mehr attraktiv genug, deshalb muss es nun einem einwöchigen Showturnier weichen, das primär dank grossen Investoren und nicht aus sportlichen Gründen zustande kommt. Hauptverantwortlich dafür ist der überladene Turnierkalender der ITF. Schade! Ich werde die unvergleichliche Atmosphäre und die 5-Satz-Dramen vermissen.
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