«Wir gehen in den Final, um zu gewinnen»

Die Schweiz ist mit dem Einzug in den Final des Davis Cups definitiv zur Tennis-Grossmacht aufgestiegen. Das ist der grossen Hingabe der einwandfreien Einstellung des gesamten Teams zu verdanken.

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Erste Final-Teilnahme seit '92

Objekt der Begierde: Der Pokal

Objekt der Begierde: Der Pokal Reuters

Erst einmal hat es ein Schweizer Team in den Davis-Cup-Final geschafft. 1992 scheiterte das Team um Jakob Hlasek und Marc Rosset auswärts mit 1:3 an den haushohen Favoriten aus den USA. 22 Jahre später erhalten die Schweizer nun die zweite Chance, sich zum ersten Mal die «hässlichste Salatschüssel der Welt» zu holen.

Natürlich war die Entscheidung Roger Federers, in diesem Jahr voll auf den Davis Cup zu setzen, wichtig für den Erfolg. Natürlich verlieh Stan Wawrinkas beeindruckender Aufstieg zur Weltspitze dem Team noch mehr Selbstvertrauen.

Der Schlüssel zum Vorstoss in den Final des wichtigsten Nationen-Wettbewerbes im Tennis war aber das Team.

Keine Eitelkeiten bei den einzelen Spielern

Captain Severin Lüthi schaffte es, seine beiden Weltstars Federer und Wawrinka in ein funktionierendes Team zu integrieren. Marco Chiudinelli und Michael Lammer konnten in den Nationalfarben über sich hinauswachsen wie im Doppel gegen Serbien. Sie klagten aber auch nicht, wenn ihnen im nächsten Spiel wieder Federer oder Wawrinka vor die Nase gesetzt wurden. Schliesslich war auch Federer geschickt genug, zwischendurch eine Pause einzulegen und dann wie am Samstag Kumpel Chiudinelli das Vertrauen zu schenkten.

Wawrinka: «Viel erlebt, aber das war speziell»

Dieses Team hat sich den Support von über 18'000 Zuschauern in der Genfer Palexpo-Halle verdient. «Ich bin seit 10 Jahren dabei im Davis Cup, aber dieses Wochenende war schon ganz speziell», bedankte sich Wawrinka beim Publikum. Von einem «unglaublichen Gefühl» sprach auch der gerührte Federer. «Ich hoffe möglichst viele unterstützen uns auch auswärts in Frankreich», wünschte sich Wawrinka für das Endspiel.

Die Schweiz mit guten Chancen gegen Frankreich

Die Aufgabe am Weekend vom 21. bis 23. November wird nicht einfach. Die Franzosen haben mit Jo-Wilfried Tsonga (ATP 12), Gaël Monfils (ATP 18) und Richard Gasquet (ATP 21) ein ausgeglichenes Team und mit Michaël Llodra einen ausgewiesenen Doppel-Spezialisten. Ausserdem dürfen die Final-Gastgeber den Spielort, den Belag und die Bälle wählen. «Das ist sicher ein Vorteil für die Franzosen», so Federer. Gespielt wird im Fussballstadion des OSC Lille, das mit einem Schiebedach zur Halle verwandelt werden kann.

Trotzdem gehen die Schweizer mindestens in den 4 Einzeln als Favoriten an den Start. «Wir versuchen seit Jahren, im Davis Cup etwas zu erreichen. Jetzt wollen wir auch gewinnen», gab Federer die Marschrichtung vor. Zuvor allerdings haben sich die Schweizer eine gebührende Feier verdient. Zeit zur Erholung bleibt bis Ende November genügend.

Video «Tennis: Rückblick auf den Davis-Cup-Final 1992» abspielen

Rückblick auf den Davis-Cup-Final 1992

3:08 min, aus sportpanorama vom 14.9.2014

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 14.09.2014, 12:00 Uhr