4 Erkenntnisse nach Federers Wimbledon-Out

Der Traum von einem 8. Wimbledon-Titel ist für Roger Federer vorerst geplatzt. Woran lag es und was heisst dies für den weiteren Saisonverlauf? Eine Analyse.

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Federers Medienkonferenz nach dem Raonic-Spiel

5:34 min, vom 8.7.2016

1. Die mangelnde Effizienz

Roger Federer und Breakbälle – es ist nach wie vor keine Liebesgeschichte. Wie schon so oft in den letzten Jahren agierte Federer auch in Wimbledon viel zu ineffizient. Nur 1 von 9 Breakchancen konnte der Baselbieter gegen Raonic nutzen. Besonders im 4. Satz verpasste es Federer, den Sack zuzumachen. So war er praktisch in jedem Game an Raonic dran, konnte aber nicht reüssieren:

  • 15-40 bei 2:2
  • 15-30 bei 3:3
  • 30-40 bei 4:4
  • 0-30 bei 5:5

Der Sturz von Federer im 5. Satz

0:50 min, vom 9.7.2016

2. Die Physis bleibt ein Fragezeichen

Wie Federer sich gegen Marin Cilic in Houdini-Manier befreite, war beeindruckend. Von körperlichen Problemen war nichts zu sehen. Als es nur zwei Tage später gegen Raonic aber erneut in einen 5. Satz ging, waren Federer die Strapazen anzumerken. «Als 34-Jähriger erholst du dich nicht mehr so schnell, das ist das grösste Problem in diesem Alter», erklärte John McEnroe gegenüber der BBC. Federers Erschöpfung gipfelte in einem Sturz. Ob sein operiertes Knie erneut Schaden genommen hat, ist noch nicht bekannt. Aber die gesundheitlichen Probleme ziehen sich wie ein roter Faden durch Federers Saison.

«  Ich spielte gegen den Roger, der er heute ist und nicht gegen den, der er einmal war. »

Milos Raonic

3. Die Konkurrenz schläft nicht

Einige Fans dürften insgeheim gejubelt haben, als Novak Djokovic in der 3. Runde sensationell an Sam Querrey scheiterte. Der Weg für Federer in den Final schien vorgebahnt. Doch wer so denkt, hat die Rechnung ohne die Konkurrenz, in diesem Fall Raonic, gemacht. Der Kanadier ist in der Jahreswertung die Nummer 3 hinter Djokovic und Murray und hatte Federer zuvor bereits 2 Mal geschlagen. «Ich spielte gegen den Roger, der er heute ist und nicht gegen den, der er einmal war», sagte der 25-Jährige nach der Partie vielsagend.

Die Federer-Fans. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Halten zu ihrem Liebling Die Federer-Fans. Getty Images

4. Die Nummer 1 bei den Fans

Den Fans dürfte vor dem Fernseher kurz der Atem gestockt haben, als sich Federer beim Verlassen des Platzes noch einmal umdrehte und ins Publikum winkte. War das etwa eine Art Abschied? Mitnichten, wie er danach an der Medienkonferenz zu Protokoll gab. «Um eines klar zu stellen: Ich hoffe, wieder auf den Centre Court zurückzukehren. Es war ein Dank ans Publikum», erklärte der Schweizer. Bei den Fans ist und bleibt ihr «King Roger» die Nummer 1.

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Sendebezug: Laufende Berichterstattung Wimbledon