Als Federer inspirierte, Djokovic langweilte und Bencic weinte

Am Montag beginnen im «Big Apple» die 136. US Open. Doch was war eigentlich im letzten Jahr alles los? Wir liefern den etwas anderen Rückblick mit 7 Episoden. Frischen Sie mit uns die Erinnerungen auf.

    • 1.
      Austanzen und einheizen mit Federer
      Roger Federer dominiert den Viertelfinal gegen Richard Gasquet. Dennoch wird ihm die Rolle als Alleinunterhalter streitig gemacht. Auf der Tribüne gibt es nämlich eine spontan improvisierte Tanzeinlage von Sänger Justin Timberlake im Duett mit Comedian Jimmy Fallon – und natürlich reichlich Applaus dafür. Nach diesem Intermezzo gehört die Bühne wieder dem Schweizer: Denn im Halbfinal tanzt dieser überraschend deutlich Davis-Cup-Kumpel Stan Wawrinka aus (6:4, 6:3, 6:1).
      Video «US Open: Timberlake und Fallon tanzen für Federer» abspielen

      Timberlake und Fallon feuern Federer an

      0:27 min, vom 10.9.2015
    • 2.
      Hitzeopfer en masse
      Temperaturen in der Höhe von 33 Grad Celsius forderm bereits an den ersten beiden Turniertagen ihren Tribut. Insgesamt 10 Männer und 2 Frauen müssen während ihrer 1. Runde das Handtuch schmeissen, weil sie körperlich am Limit sind. Diese Forfait-Flut bedeutet Rekord, der seit den US Open 2011 bei 9 Aufgaben stand. In der 2. Runde ereilt Lokalmatador Jack Sock das gleiche Schicksal.
      Video «Tennis: US Open, Sock muss aufgeben» abspielen

      Jack Sock mit den Kräften am Ende

      1:58 min, vom 3.9.2015
    • 3.
      Bencic überwindet eigenes Tränenmeer
      Gleich hinterher setzt Belinda Bencic einen Tweet ab, entschuldigt sich kleinlaut und bezeichnet ihr Verhalten sogar als «schrecklich». Was war vorgefallen? In der 2. Runde gegen Misaki Doi (Jap) benimmt sich die Ostschweizerin unflätig: Sie flucht, insistiert vehement beim Umpire, wirft mit dem Racket um sich und bricht mitten in der Partie sogar in Tränen aus. Ihr Gefühlsausbruch setzt ungeahnte Energien frei, denn die 18-Jährige biegt die Partie nach 3 abgewehrten Matchbällen noch herum (5:7, 7:6, 6:3).
      Video «Belinda Bencic siegt nach Ausraster und Tränen» abspielen

      Wie ein Vulkan

      4:06 min, vom 3.9.2015
    • 4.
      Der Schocker bei der Anreise
      Trotz seinem Karriereende 2013 ist James Blake bei den US Open nach wie vor ein gern gesehener Gast. Doch 2015 wird sein Trip nach Flushing Meadows zu einer Odyssee. Gleich 5 Polizisten nehmen den US-Open-Viertelfinalisten von 2005 und 2006 auf offener Strasse kurzzeitig fest. Weil sie den einstigen US-Tennisstar mit einem gesuchten Dieb verwechseln, legen sie Blake sogar Handschellen an.
      James Blake liegt auf der Strasse. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Überwältigt James Blake in Handschellen wird das Opfer einer Verwechslung. Reuters

    • 5.
      Das Ciao nach dem italienischen Frauen-Final
      Roberta Vinci lässt als damalige Weltnummer 43 im Halbfinal Serena Williams' Traum vom Kalender-Grand-Slam platzen. Nicht nur das: Mit ihrem Coup macht sie das erste italienische Frauen-Endspiel auf Major-Stufe perfekt. In diesem bekämpfen sich Vinci und Flavia Pennetta während 90 Minuten verbissen – hinterher liegen sich die guten Freundinnen freudestrahlend in den Armen. Pennetta (WTA 26) hat nach ihrem unerwarteten 7:6-, 6:2-Triumph eine weitere Überraschung bereit: Sie verkündet mit 33 Jahren auf der Stelle ihren Rücktritt.
      Video «Tennis: US Open, Siegerehrung Pennetta» abspielen

      Pennetta und Vinci: Eine Siegerehrung ohne Verliererin

      4:28 min, vom 12.9.2015
    • 6.
      Schönes Erwachen für Federers Edelfan
      Zum 1. Mal seit 11 Jahren erlebt Jesus Aparicio die US Open wieder bewusst. Nach dieser langen Zeitspanne erwacht der Spanier kurz vor Turnierbeginn aus dem Koma. Seit einem schweren Unfall und seinem 19. Lebensjahr war er bewusstlos. Herzerwärmend macht diese Geschichte Aparicios Vorliebe fürs Tennis, explizit für Federer: ««Ich dachte, er hätte seine Karriere beendet. Als ich hörte, dass er mit 34 Jahren noch immer die Nummer 2 ist, habe ich geglaubt, man scherzt. Und als ich hörte, dass er 17 Grand-Slam-Titel gewonnen hat, habe ich die Hände vor's Gesicht geschlagen», erzählt er in einer TV-Doku.
      Roger Federer spielt eine Rückhand Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Roger Federer Für einmal schreibt nicht der «Maestro», sondern ein langjähriger Fan von ihm eine Geschichte wie aus dem Märchen. Keystone

      

    • 7.
      Djokovic als Buddhist – das Beste zum Schluss
      Mit einem 6:4, 5:7, 6:4, 6:4 über Roger Federer poliert Novak Djokovic seine bislang dürftige Finalbilanz im Arthur-Ashe-Stadion auf 2:4 auf und holt nach 2011 seine 2. US-Open-Trophäe. Bei der darauf folgenden Sieger-Pressekonferenz zu später Stunde nickt ein Reporter ein. Der Serbe weckt ihn und witzelt: «Beruhigt Sie meine Stimme? Versetzt sie Sie in den Zen-Zustand?»
      Novak Djokovic an der Pressekonferenz. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Novak Djokovic Die Weltnummer 1 versteht es nicht nur auf dem Tennisplatz, das Publikum zu unterhalten. Imago

Die 5 Final-Affichen des letzten Jahres

Konkurrenz
Sieger
VerliererResultat
Männer, Einzel
Novak Djokovic (Ser/1)
Roger Federer (Sz/2)
6:4, 5:7, 6:4, 6:4
Männer, Doppel
Nicolas Mahut (Fr)
Pierre-Hugues Herbert (Fr)
Jamie Murray (Gb)
John Peers (Aus)
6:4, 6:4
Frauen, Einzel
Flavia Pennetta (It)
Roberta Vinci (It)7:6, 6:2
Frauen, Doppel
Martina Hingis (Sz)
Sania Mirza (Ind)
Casey Dellacqua (Aus)
Jaroslawa Schwedowa (Kas)
6:3, 6:3
MixedMartina Hingis (Sz)
Leander Paes (Ind)
Bethanie Mattek-Sands (USA)
Sam Querrey (USA)
4:6, 6:3, 10:7

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 26.8.2016, 18:00 Uhr